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Geleitwort der Präsidentin

Rede von Nayla Hayek, Präsidentin des Swatch Group Verwaltungsrates, anlässlich der Ordentlichen Generalversammlung vom 23. Mai 2017 im Velodrome in Grenchen (SO), Schweiz.

Es gilt das gesprochene Wort

Annual general shareholders meeting 2017

Liebe Mitaktionärinnen und Mitaktionäre, 
sehr geehrte Damen und Herren,

Wie Sie alle wissen, war das Jahr 2016 ein schwieriges Jahr für uns alle. Aber unser Handeln war und ist stets von zwei Grundprinzipien bestimmt: Zum einen bleiben wir den erfolgreichen, strategischen Schwerpunkten der Swatch Group seit ihren Anfängen treu und zum anderen agieren wir ausschliesslich mit einer langfristigen Ausrichtung. Diese beiden Grundprinzipien zeigen ihre Wirksamkeit in schwierigen Jahren noch mehr als in erfolgreichen.

Zu unseren grundlegenden strategischen Schwerpunkten zählen: 
- Der feste Entschluss, in dieser schwierigen Phase die Arbeitsplätze zu bewahren. Dies selbst bei einem deutlichen Umsatzrückgang und sogar bei einem erheblichen Rückgang des Reingewinns. Auch in schwierigen Momenten haben wir unsere Mitarbeiter nie als Ware angesehen, sondern als Partner, die voll und ganz zu den künftigen Ergebnissen, zur Innovation und zur Entfaltung unseres Unternehmens beitragen. 

- Der feste Entschluss, auf unsere Partner und Retailer keinen ungesunden, kurzfristigen Druck auszuüben, jedoch weiterhin ins Marketing zu investieren, um unsere Millionen von Kunden rund um den Globus zu überzeugen. 

- Die Ablehnung einer «Weltuntergangsmentalität» in der oft vorherrschenden Katastrophenstimmung. 

- Das Vertrauen in unser Savoir-faire und ins Swiss Made als Grundlage der hohen Qualität unserer Produkte. 

Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass diese Führungsgrundsätze sowie der Wille zu einer langfristigen Ausrichtung auf meinen Vorgänger, unseren Vater, an der Spitze des Verwaltungsrates zurückgehen. Unter allen konkreten, sinnvollen und vernünftigen Massnahmen, die er zur Überwindung von Schwierigkeiten vorschlug und förderte, ist eine, die ein bisschen wie ein schwarzes Schaf mitten in einer Herde weisser Schafe erscheint: «Die Fantasie eines Sechsjährigen bewahren, die Fantasie unserer Kindheit!» Dieses wahrhafte Leitmotiv wurde mehrfach zu unterschiedlichsten Anlässen wiederholt: «Wir dürfen unsere Kindheitsträume nicht vergessen und weiter an den Weihnachtsmann glauben … Der Unternehmer voller Ideen und Innovationen, das ist jeder von uns und zwar seit dem Augenblick unserer Geburt. Erinnern wir uns daran, wie wir mit sechs Jahren im Sand Burgen bauten … Unsere Fantasie kannte keine Grenzen!» 

An den Weihnachtsmann glauben wir nur noch ganz entfernt. Aber wir haben uns dazu entschieden, die zentrale Idee zu verfolgen, die Träume unserer Kindheit, die Fantasie eines Sechsjährigen zu bewahren. Wir haben beschlossen, aus dieser Idee das Thema unseres diesjährigen Geschäftsberichts zu machen, sie zu verinnerlichen und zu sehen, wie sie uns neue Perspektiven eröffnen kann in einem weltweiten Umfeld, das von allen möglichen Problemen beherrscht wird. 

Wie Sie gesehen haben, ist Flik Flak dreissig Jahre alt geworden aber überhaupt nicht erwachsen.

Ihre Swatch, die Sie dieses Jahr erhalten haben, verinnerlicht dieses Thema ganz speziell. Diese Swatch gibt es so nicht auf dem Markt, das Band ist extra so gemacht, dass man darauf zeichnen oder eine Nachricht hinterlassen kann. Darum ist die Farbe der Uhr auch Weiss und Sie haben dazu einen farbigen Stift bekommen. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und kolorieren Sie das Band ganz nach Ihrem persönlichen Gusto mit einer Zeichnung oder einer Nachricht an Ihre Liebsten oder als Andenken für sich selbst. Aber bitte nur die Oberseite des Bandes bemalen. So wird diese Uhr ganz bestimmt ein Unikat mit Ihrer Fantasie!

Mit sechs Jahren verzweifeln wir an fast nichts: Wenn eine Welle unsere Sandburg zerstört, an der wir stundenlang gebaut haben, während Mama sich mit ihrer Bräunung beschäftigt und Papa an eine Erfrischung denkt, fangen wir halt wieder von vorne an. Wir fangen wieder von vorne an, weil eben nicht nur das Ergebnis zählt. Was zählt, ist das Projekt und dessen Umsetzung.

Diese Fantasie, die wir wiederfinden, bewahren und nutzen sollten, wird uns in Verbindung mit unserer Geschäftserfahrung, unseren tief greifenden Analysen, unseren reifen strategischen Entscheidungen und unserer endlosen Ausdauer ermöglichen, wieder hervorragende Ergebnisse zu erzielen, die uns im Jahr 2016 erschwert wurden. Es ist diese Fantasie, dank der wir bei Swatch mit der Bellamy in China the coolest way to pay umsetzten, unsere Kollektion POP neu lancierten und die SISTEM51 Irony kreierten; dank der wir bei Omega die «Deep Black» und bei Blancpain das neue Modell der Fifthy Fathoms enthüllten; dank der wir bei Harry Winston die aussergewöhnlichen Schmuckstücke erstrahlen liessen; dank der wir das Konzept Industrie 4.0 bei ETA und unseren Produktionsunternehmen einführten; dank der wir die Entwicklung innovativer Industrialisierungsmethoden für Uhrenbatterien bei Renata fortsetzten. Dank dieser Fantasie schufen wir so viele weitere bemerkenswerte Produkte, wie sie unser Unternehmen jedes Jahr kreiert.

Die Fantasie eines Kindes ist eine Sache des Herzens, nicht nur des Kopfes. Und Herz braucht es auch an der Spitze eines internationalen Industrieunternehmens.

Ein Umsatz von 7553 Millionen Schweizer Franken entspricht einem Rückgang um 10,6% im Vergleich zum Vorjahr; ein Betriebsergebnis von 805 Millionen Schweizer Franken bei einer operativen Marge von 10,7% (minus 44,5% gegenüber dem Vorjahr); ein Konzerngewinn von 593 Millionen Schweizer Franken bzw. eine Nettomarge von 7,9% (minus 47,0% im Vergleich zum Vorjahr); ein Eigenkapital von 11.1 Milliarden Schweizer Franken entspricht einer sehr starken Eigenkapitalquote von 84,5%. Unter Berücksichtigung dieser Resultate und trotz der erfreulichen ersten Monate des Jahres 2017 schlägt der Verwaltungsrat der Swatch Group die Ausschüttung einer Dividende von CHF 6.75 pro Inhaberaktie und CHF 1.35 pro Namenaktie vor. Sie werden feststellen, dass trotz des im Vorjahresvergleich um 47% niedrigeren Konzerngewinns der Dividendenrückgang im Vergleich zu den 2016 für die Gewinne des Jahres 2015 ausgezahlten Dividenden nur 10% beträgt.

Und wir sind alle froh, dass das Jahr 2017 wieder sehr vielversprechend aussieht. 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitaktionärinnen und Mitaktionäre, Sie sind am Schicksal unseres Unternehmens beteiligt, in guten wie in schwierigeren Jahren. Ich möchte Ihnen allen von ganzem Herzen danken. Mein Dank gilt ebenfalls dem Verwaltungsrat, der Konzernleitung und der erweiterten Konzernleitung sowie allen 35 700 Kollegen für ihren unermüdlichen Einsatz während des Jahres 2016, in dem es besonders viele Hürden zu überwinden galt. Abschliessend möchte ich Ihnen allen für das Vertrauen danken, das Sie unserem Unternehmen schenken. 

Ihre
Nayla Hayek
Präsidentin des Verwaltungsrates der Swatch Group

Geleitwort der Swatch-Group-Präsidentin – PDF-Dokument (80 KB)

 

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