Wirtschaft und Governance

GRI 3-3

Governance, Ethics & Compliance

Die Swatch Group verpflichtet sich zu einer transparenten und fairen Unternehmensführung. Ethische Grundsätze und der respektvolle Umgang mit Ressourcen bestimmen ihr Handeln. In Bezug auf Verletzungen von Menschenrechten, z. B. Kinder- und Zwangsarbeit, bei Korruption oder anderen kriminellen Handlungen wird sowohl intern als auch mit den Lieferanten eine Nulltoleranzpolitik verfolgt.

 

GRI 2–9, 2–12

Führungsstruktur

Effektive und transparente Governance ist zentral für den Unternehmenserfolg.

Die Swatch Group weist auf allen Ebenen schlanke und effiziente Führungsstrukturen auf. Während sich der Verwaltungsrat mit den obersten Führungs-, Strategie- und Überwachungsaufgaben beschäftigt, obliegen der Konzernleitung die operativen Führungsaufgaben, in denen sie durch die erweiterte Konzernleitung unterstützt wird. Der Verwaltungsrat besteht aus sieben Mitgliedern und verfügt über ein Audit Committee sowie ein Compensation Committee.

↗ Weitere Informationen zur Governance-Struktur finden sich im Corporate-Governance-Bericht im Geschäftsbericht 2025 der Swatch Group

 

GRI 2–9, 2–12, 2–13, 2–14, 2-16

Nachhaltigkeitsgovernance 

Für die Einhaltung der hohen Ansprüche im Bereich Nachhaltigkeit ist die Konzernleitung verantwortlich. Sie verankert den Ansatz für unternehmerische Verantwortung in der Unternehmensstrategie und definiert konkrete Zielvorgaben und Massnahmen. Die Umsetzung wird vom Sustainability Steering Committee koordiniert und gesteuert, dem Vertreter des Verwaltungsrats und der Konzernleitung angehören. Der Ansatz für unternehmerische Verantwortung wird vom Verwaltungsrat verabschiedet und in letzter Instanz auch verantwortet.

Nachhaltigkeitsorganisation

Sustainability Steering Committee

Das Sustainability Steering Committee ist für die Strategie und Performance der Swatch Group im Bereich Nachhaltigkeit verantwortlich. Die Mitglieder stehen in ständigem Kontakt mit dem Nachhaltigkeitsteam und treffen sich in der Regel alle drei Monate.

Die Berichterstattung an die Konzernleitung erfolgt direkt durch das Sustainability Steering Committee an den monatlichen Konzernleitungssitzungen. Durch den CEO werden für den Verwaltungsrat relevante Themen an diesen weitergegeben.

 

Nachhaltigkeitsteam

Das Nachhaltigkeitsteam ist zuständig für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie und -politik des Unternehmens.

Das Team unterstützt die Marken, Produktionseinheiten und Länderorganisationen sowie die zentralen Funktionen bei ihren Projekten und Initiativen und agiert als Austauschplattform für die einzelnen Gesellschaften. Das Nachhaltigkeitsteam konsolidiert die Nachhaltigkeitsdaten der operativen Einheiten und Konzernfunktionen und erstellt den Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns. Es beantwortet Fragen von internen und externen Anspruchsgruppen.

 

Nachhaltigkeitsverantwortliche der Tochtergesellschaften

Nachhaltigkeitsverantwortliche stellen die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie ihrer Marke, ihres Unternehmens oder ihrer Unternehmenseinheit sicher, definieren eine spezifische Roadmap und setzen diese um.

Nachhaltigkeitsverantwortliche erfassen die für die Nachhaltigkeitsberichte des Konzerns und der Einzelunternehmen erforderlichen Daten.

Grössere Unternehmenseinheiten verfügen bereits seit Längerem über einen Nachhaltigkeitsverantwortlichen. Im Laufe der letzten Jahre wurde die Nachhaltigkeitsorganisation weiter ausgebaut. Mittlerweile verfügen alle Gesellschaften über einen eigenen Nachhaltigkeitsverantwortlichen. Dieser wird in vielen Marken, Produktions- und Vertriebsgesellschaften durch ein interdisziplinäres Team unterstützt. Zudem wurde im Jahr 2022 durch die Konzernleitung eine interne Weisung zur Nachhaltigkeit erlassen, die unter anderem regelt, dass alle Entscheidungen der Geschäftsleitungen der Gesellschaften auf positive und negative Auswirkungen auf Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung zu prüfen sind. Die Nachhaltigkeitsverantwortlichen der verschiedenen Einheiten stehen untereinander in engem Kontakt und tauschen sich konzernweit zu Best Practices und verschiedenen Projekten aus. Diese von Leidenschaft getriebenen Fachleute stellen den verlängerten Arm der Nachhaltigkeitspolitik des Konzerns dar.

 

Zentrale Funktionen - Energiemanagement

Oberstes Ziel des Energiemanagement-Teams ist es, die Verbräuche von Energien aus verschiedensten Energieträgern bei gleichzeitiger Sicherstellung der Produktivität zu reduzieren, indem vermeidbare Verbräuche eliminiert werden, um bis 2050 an allen Standorten der Swatch Group Klimaneutralität im Scope 1 zu erreichen. Diese Zielsetzung beinhaltet auch die Reduktion der Scope-2-Emissionen sowie die Steigerung der Anlagenlebensdauer, womit ein Beitrag zur Erfüllung des Scope 3 geleistet wird. Um dieses Ziel zu erreichen, liegt der Fokus auf der energetischen Optimierung und dem Ersatz der Energieträger für die Wärmeerzeugung. Das Energiemanagement-Team unterstützt Unternehmen auch bei der Erarbeitung von Energiekonzepten, die sowohl den Wärme- als auch den Kühlbedarf berücksichtigen, sowie bei der Umsetzung von energetischen Optimierungsmassnahmen.

Zudem werden Massnahmen ergriffen, um Emissionen aus Kältemittelverlusten zu minimieren und prozessbedingte Emissionen zu reduzieren.
Ein weiteres Ziel besteht darin, bis 2050 Klimaneutralität im Scope 2 zu erreichen, indem erneuerbare Energien bezogen werden und die Energieautarkie durch die Integration und Nutzung innovativer Technologien zur Eigenproduktion und -nutzung gestärkt und dadurch eine Verringerung der Abhängigkeit von externen Quellen erreicht wird.

Herausforderungen wie die Energiewende, die Energiesicherheit und -qualität, ein möglichst geringer Energieverbrauch und neue Technologien sind das Hauptaugenmerk des Energiemanagement-Teams. Gleichzeitig werden in Zusammenarbeit mit der EnAW (Energie-Agentur der Wirtschaft) als externer Partnerin regelmässig die gesetzlichen Grundlagen, die Entwicklung des Energiemarktes und die Zielerreichung überprüft, um möglichst flexibel und schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Das Jahr 2025 markierte einen Meilenstein mit der Durchführung neuer Energieaudits zur Erfüllung der Vorgaben des schweizerischen CO2-Gesetzes.

Die langjährige Vereinbarung mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) zur Reduktion des CO2-Ausstosses ist für das Energiemanagement-Team ein wichtiger Leitfaden zur Zielerreichung. Konkrete Ziele zur Senkung des CO2-Ausstosses wurden über die CORE-Plattform beim BAFU eingereicht und deren offizielle Freigabe der Swatch Group mitgeteilt.

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Blancpain Ocean Commitment

Über 20 Jahre Einsatz für den Ozean

Seit Entwicklung der Fifty Fathoms – der ersten echten Taucheruhr – im Jahr 1953 ist Blancpain ein Pionier im Meeresschutz. Im Rahmen ihres Ocean-Commitment-Programms hat die Marke mehr als 40 umfangreiche wissenschaftliche Expeditionen unterstützt, 4,7 Millionen Quadratkilometer Ozean geschützt (was fast der doppelten Fläche des Mittelmeers entspricht) und mit einer starken Bildsprache und Öffentlichkeitsarbeit die Bewusstseinsbildung gefördert.

Das anhaltende Engagement von Blancpain für die Erforschung der Ozeane führte zu einer bahnbrechenden Entdeckung, die im April 2025 bekannt gegeben wurde: der ersten Sichtung eines lebenden Quastenflossers im Molukken-Archipel in Indonesien.

Alexis Chappuis und UNSEEN Expeditions lieferten die ersten Bilder des Manado-Quastenflossers (Latimeria menadoensis) in seinem natürlichen Lebensraum, die in 145 Metern Tiefe je von einem Tauchteam aufgenommen wurden.

Nach der legendären Begegnung von Laurent Ballesta mit Vertretern dieser Art im Indischen Ozean vor Südafrika im Jahr 2013 erinnert dieses neue Kapitel – das Blancpain erneut voller Stolz unterstützt – auf beeindruckende Art und Weise daran, dass der Ozean noch weitgehend unentdeckt und seine Erforschung so relevant wie eh und je ist. 

Quastenflosser zählen zu den sogenannten «Flaggschiffarten», die Naturschutzmassnahmen in den lokalen und internationalen Fokus rücken. Durch die Schaffung von Meeresschutzgebieten (Marine Protected Areas, MPA) wird der Lebensraum der Quastenflosser und damit auch das gesamte Ökosystem geschützt, was unzähligen
Meereslebewesen zugutekommt.

Über den Quastenflosser

  • Quastenflosser sind Fleischflosser, eine über 400 Millionen Jahre alte Spezies.
  • Sie leben in Tiefen von 120 bis 700 Metern.
  • Die Quastenflosser, von denen man annahm, dass sie seit 70 Millionen Jahren ausgestorben waren, wurden 1938 wiederentdeckt. Heute sind zwei lebende Arten bekannt: der Komoren-Quastenflosser, Latimeria chalumnae, den Laurent Ballesta 2013 erforschte und dokumentierte, und der Manado- (oder Indonesische) Quastenflosser, Latimeria menadoensis, den Alexis Chappuis im Jahr 2025 fotografierte.
  • Quastenflosser haben eine rudimentäre Lunge und auffallende Flossen, die sich wie Gliedmassen von Landtieren bewegen. Sie gebären lebende Jungtiere, nachdem sich die Embryonen fast fünf Jahre lang im Mutterleib entwickeln. Sie könnten wahrscheinlich bis zu 100 Jahre alt werden.
  • Quastenflosser sind eng mit Tieren wie Lungenfischen und Tetrapoden verwandt und gehören damit zu den engsten Verwandten des Menschen im Meer.
  • Quastenflosser stehen auf der Roten Liste der IUCN. Der Komoren-Quastenflosser wird als «Critically Endangered» (vom Aussterben bedroht) gelistet, während die indonesische Art als «Vulnerable» (gefährdet) eingestuft wird.

 

Blancpain Ocean Commitment