Umwelt

Umweltschutz ist in allen Bereichen und Unternehmungen der Swatch Group fest verankert und ein prioritärer Grundsatz, der tagtäglich von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter des Unternehmens respektiert, gefördert und umgesetzt wird. Diese Überzeugung verfolgt die Gruppe entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Produktdesign über die Produktionsprozesse bis hin zum Recycling ihrer langlebigen und nachhaltigen Produkte. Die Marken entwickeln neue Produkte soweit möglich unter Verwendung rezyklierter oder rezyklierbarer, biologischer und kompostierbarer Materialien. Um die Strategie für nachhaltiges Produktdesign effizient umsetzen zu können, werden Life Cycle Assessments (LCA) durchgeführt, damit die Auswirkungen auf die Umwelt besser identifiziert und minimiert werden können.

↗ Weitere Informationen zu LCA auf S. 26 des aktuellen Nachhaltigkeitsberichts.

Darüber hinaus werden Massnahmen zur Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs umgesetzt, sei es durch Produktionsanlagen mit intelligenten Energiesteuerungssystemen oder durch energieoptimierte, wärmeisolierte und umweltfreundliche Infrastrukturen und Betriebsstätten. Bei den neuen Produktions- und Betriebsgebäuden sowie bei Renovationen werden modernste Technologien und Baumaterialien zur bestmöglichen Verbesserung der Öko- und Energiebilanz eingesetzt, was auch im Berichtsjahr zu einem weiteren positiven Beitrag führte.

Die Datenerfassung wurde 2021 überarbeitet und erweitert. Für einige Kennzahlen sind konkrete Zielvorgaben für die Swatch Group definiert, bei weiteren ist die Definition von Zielvorgaben in Arbeit. Zudem ist zu beachten, dass die Unternehmenseinheiten aufgrund ihrer Diversität für viele Kennzahlen eigenständig Ziele und Massnahmen definieren, welche hier nicht konsolidiert dargestellt werden. 

↗ Weitere Details zur Datenerfassung finden sich im Anhang, auf S. 87 des aktuellen Nachhaltigkeitsberichts.

GRI Angaben 103-2,103-3

Energie und Emissionen

Bereits 1990 hat sich die Swatch Group als Sponsorin des Solarmobils Spirit of Biel für die Reduktion der THG-Emissionen und die Herabsetzung des Energieverbrauchs eingesetzt. Das Solarmobil hatte damals die World Solar Challenge in Australien gewonnen. Aus dieser Zeit stammt auch die erste solarbetriebene Swatch (1995), welche an Attraktivität nicht verloren hat. Damit bleibt das frühzeitige Bekenntnis zum Klimaschutz immer präsent und die Swatch Group langfristig motiviert, ihren Beitrag zu nachhaltigem Klimaschutz zu leisten.

Bis 2050 soll das Ziel der Klimaneutralität für Scope 1 und Scope 2 erreicht werden. Eine Strategie zum Reduzieren der Treibhausgasemissionen wurde erarbeitet. Die Zielvorgaben werden regelmässig überprüft und bei Möglichkeit wird eine raschere Reduktion umgesetzt.

Zur Reduktion der Scope 1 Emissionen werden bereits seit 2013 für alle Produktionseinheiten in der Schweiz Ziele für Energieeffizienzsteigerung und THG-Reduktion definiert, die grundsätzlich auch auf konsolidierter Basis für die gesamte Gruppe gelten. Die Produktionsbetriebe und Vertriebsgesellschaften ausserhalb der Schweiz, insbesondere viele Boutiquen und Servicecentren, arbeiten ebenfalls an der Verbesserung der Energiebilanz. Obwohl sie weit weniger Energie als die Produktionsbetriebe in der Schweiz benötigen, werden die Boutiquen und Servicecentren ebenfalls im Massnahmenkatalog zur Reduktion der Emissionen und des Energieverbrauchs mitberücksichtigt.

GRI Angaben 103-2,103-3

Strategie zur Erreichung unserer Klimaziele

Um die Reduktionsziele zu erreichen, werden die Anstrengungen in den nächsten Jahren auf die CO2-intensivsten Standorte konzentriert. Dabei werden die Grundsätze gemäss nebenstehender Grafik in die Überlegungen mit einbezogen. Es werden je nach Standort unterschiedliche und innovative Technologien in Betracht gezogen, um die Herausforderung der Energiewende in der Industrie zu meistern. Die Sanierung alter Gebäudestrukturen stellt hierbei eine besondere Herausforderung dar. Es wird jedoch ebenso viel Augenmerk auf die Produktionsprozesse, die Integrierung intelligenter Gebäudeleitsysteme und den Aufbau dezentraler Energiemanagementsysteme sowie Neubauten gelegt. Der wesentlichste Aspekt ist die Quelle der benötigten Energien. Hier werden im Sinne der Zielerreichung folgende Energieträger in Betracht gezogen:

  • grüner/blauer Strom (Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik)
  • Biogas
  • Fernwärme
  • regionales Holz
  • Geothermie, Umgebungswärme und Solarthermie
  • grüner/blauer Wasserstoff (aus erneuerbarer Energie oder Erdgas)
  • nachhaltig erzeugte biogene Treibstoffe (z. B. Biodiesel CH).

VERMEIDUNG
der Verwendung von Ressourcen,
wenn kein Nutzen damit verbunden ist

REDUZIERUNG
des Energieverbrauches auf das nötige und technisch machbare Minimum

EFFIZIENTER
und kompetenter Betrieb
der Installation

ALTERNATIVE
zu fossilen Energieträgern
wie regenerative oder
CO2-freie Energiequellen

AUTONOMIE
Erzeugung und Umwandlung
von Energie an den Standorten selbst

ENERGIESPEICHERSYSTEME
UND CO2-KOMPENSATIONSPROJEKTE

 

Fossile Energieträger werden damit durch erneuerbare Energieträger ersetzt.

Zusätzlich verpflichtet sich die Swatch Group neu auch, die Emissionen im Scope 2 zu reduzieren und die Klimaneutralität umfassender positiv zu beeinflussen. Mit folgenden Ansätzen werden die Scope-2-Emissionen über die nächsten Jahre gesenkt:

  • Reduktion des Stromverbrauchs, Massnahmen für höhere Energieeffizienz
  • Ausbau der eigenen erneuerbaren Stromproduktion
  • Einkauf von Strom aus erneuerbaren Quellen

Um Treibhausgasemissionen bis 2050 auf null zu senken, definiert jede Konzerngesellschaft individuelle Zielvorgaben und Massnahmen. Klimakompensation steht dabei nicht an erster Stelle, da die Swatch Group die tatsächlichen Emissionen eliminieren und nicht kompensieren möchte.

GRI Angaben 103–2, 103–3

Produktdesign und Umgang mit Material

 

GRI Angaben 301-1

Eingesetzte Materialien

Die Swatch Group verwendet Rohstoffe wie Stahl, Messing, Gold, Kunststoffe, Leder und Diamanten sowie Verpackungsmaterialien in der Grössenordnung von wenigen Zehntausend Tonnen jährlich. Die Erfassung und Optimierung der verwendeten Materialien liegt in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften. Der Aufbau einer detaillierten, gruppenweiten Datenerfassung für die eingesetzten Materialien ist in Arbeit. Somit können zukünftig auch Angaben zu einzelnen Materialkategorien konsolidiert ausgewiesen werden. Bereits konsolidiert erfasst wird der Papierverbrauch. Der Umfang der Erfassung wurde im Berichtsjahr ausgeweitet und beinhaltet neu neben dem Druckpapier auch Werbematerialien sowie Sanitärpapier. Die Werte sind daher nicht mit den Vorjahren vergleichbar. Im Jahr 2021 lag der Verbrauch bei 717 Tonnen.

Neue Materialien: vegane Alternativen, recycelte, wiederverwertbare, kompostierbare und biobasierte Materialien

Die Swatch Group fördert die Verwendung von Materialien, die recycelt und wiederverwertet werden können. Wenn dies nicht möglich ist, sind die Unternehmen der Swatch Group angehalten, Materialien zu bevorzugen, die biobasiert, kompostierbar oder biologisch abbaubar sind. Sie sollten mindestens energetisch verwertbar sein. 

Swatch

Swatch leitete 1983 eine Revolution ein, indem sie Uhren lancierte, die verantwortungsbewusst mit nur 51 Komponenten hergestellt wurden. 37 Jahre später hat die Marke einen biobasierten Kunststoff eingeführt, der im September 2020 in die Kollektion aufgenommen wurde. Das 2021 lancierte Material BIOCERAMIC ist die neueste Entwicklung einer Reihe von Ideen. Dieses neue, innovative Material mischt biobasiertes Polymer, das aus Rizinus gewonnen wird, mit Keramikpulver. Es kombiniert damit Leichtigkeit, Robustheit und ein seidiges Gefühl.

 

Mehr auf www.swatch.com

Swatch Bioceramic

Swatch Group Quality Management (SGQM) unterstützt die Marken und Produktionsunternehmen bei der Materialauswahl und stellt sicher, dass Umwelt-Bezeichnungen (recycelt, recycelbar, organisch, biobasiert, kompostierbar oder biologisch abbaubar) gegebenenfalls durch entsprechende Unterlagen oder Zertifizierungen belegt werden.

 

Vegan-Zertifizierung

Um den Bedürfnissen des Marktes gerecht zu werden, entwickeln die Marken der Swatch Group Materialien, die dem Lebensstil möglichst vieler Kunden entsprechen. Der Markt bewegt sich in Richtung Materialien, die keinen tierischen Ursprung haben und vegan sind. Da es eine Vielzahl von veganen Zertifizierungen gibt, hat das Swatch Group Quality Management eine Bewertung der bestehenden veganen Zertifizierungen vorgenommen und die Zertifizierung der Organisation BLC leather (Eurofins | Chem-MAP) ausgewählt. Die Zertifizierung wird von einer unabhängigen Organisation durchgeführt und besteht aus der Bewertung von Materialien und Rohstoffen durch physikalische und chemische Tests:

  • Ein DNA-Test für Chemikalien (z. B. Farbstoffe, Klebstoffe, Lacke), um sicherzustellen, dass keine DNA tierischen Ursprungs (aus dem gesamten Tierreich) vorhanden ist
  • Ein mikroskopischer Test (bei Textilien), um sicherzustellen, dass keine tierischen Fasern vorhanden sind
  • Ein FTIR-Test (bei Polymeren), um die Abwesenheit von tierischen Proteinen nachzuweisen

Zusätzlich wird eine gründliche Analyse der Dokumente zum Nachweis der Konformität durchgeführt. 

 

GRI Angaben 301–2

Eingesetzte recycelte Materialien 

Durch Produktionsprozesse fallen Reste und Abfälle an, welche jedoch grösstenteils wiederverwendet werden können. Direkt in der laufenden Produktion wiederverwendet werden zum Beispiel Angüsse beim Kunststoffspritzguss. Goldreste werden einem internen Recycling-Kreislauf zugeführt und in der eigenen Giesserei eingeschmolzen. Auch für Saphir hat die Swatch Group eigene Prozesse entwickelt, um die Produktionsreste intern wiederzuverwenden. Zudem wird eine eigene Batterie-Recyclinganlage betrieben.

Wiederverwendbare Materialien wie Metalle, Karton oder Papier werden gesammelt und über Recycling-Händler einem externen Recycling-Kreislauf zugeführt. Anteil recycelter Input-Materialien (Auswahl):

  • Stahl: rund 70% (offizielle Angaben des Stahllieferanten)
  • Gold: rund 80% (Angaben der internen Giesserei und der Goldbuchführung).

Bezogen auf das Gewicht bestehen die Stahl- oder Golduhren der Swatch Group bereits heute mehrheitlich aus rezyklierten Input-Materialien. Kunststoffuhren werden zudem kontinuierlich auf Materialien biologischen Ursprungs umgestellt.

Der Anteil umweltfreundlicher Materialien soll in Zukunft noch gesteigert und detaillierter erfasst werden.

Verpackung und Armbänder bei Certina

Unsere Uhren hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Sie sind dazu gemacht, unsere Kunden über Jahre hinweg zuverlässig, präzise und stilvoll durch ihr Leben zu begleiten. Die neue Generation unserer Verpackungen hingegen setzt ganz bewusst auf Vergänglichkeit. Erstmals präsentierte Certina im Jahr 2021 hochwertige Öko-Verpackungen, die aus recycelbaren Materialien bestehen.

Zudem wurde in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Unternehmen eine neue Generation von Armbändern eingeführt. Tide Ocean SA hat gemeinsam mit Wissenschaftlern der Ostschweizer Fachhochschule OST eine preisgekrönte Methode entwickelt, um Plastikmüll aus den Meeren in einem mechanischen Upcycling- Prinzip zu hochwertigen, robusten Uhrenarmbändern zu verarbeiten.  Erstmalig konnten zudem unsere Kunden in einem internationalen online Wettbewerb im März 2021 Einfluss auf das Design unserer DS PH200M nehmen.

Mehr auf www.certina.com

Certina packaging