Umwelt

Umweltschutz ist in allen Bereichen und Unternehmen der Swatch Group fest verankert und ein prioritärer Grundsatz, der tagtäglich von allen Mitarbeitenden des Konzerns respektiert, gefördert und umgesetzt wird. Diese Überzeugung verfolgt der Konzern entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Produktdesign über die Produktionsprozesse bis hin zum Recycling seiner Produkte. Die Marken entwickeln neue Produkte soweit möglich unter Verwendung rezyklierter oder rezyklierbarer, biologischer und kompostierbarer Materialien. Um die Strategie für nachhaltiges Produktdesign effizient umsetzen zu können, werden Life Cycle Assessments (LCA) durchgeführt, damit die Auswirkungen auf die Umwelt identifiziert und minimiert werden können.

↗ Weitere Informationen zu «LCA» auf S. 29 des Nachhaltigkeitsberichts.

Darüber hinaus werden Massnahmen zur Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs umgesetzt, sei es durch Produktionsanlagen mit intelligenten Energiesteuerungssystemen oder durch energieoptimierte, wärmeisolierte und umweltfreundliche Infrastrukturen und Betriebsstätten. Bei den neuen Produktions- und Betriebsgebäuden sowie bei Renovationen werden modernste Technologien und Baumaterialien zur bestmöglichen Verbesserung der Öko- und Energiebilanz eingesetzt, was auch im Berichtsjahr zu einem weiteren positiven Beitrag führte.

Die Datenerfassung wird laufend verbessert in der Qualität der Erhebung sowie durch neue Kenndaten. Es ist jedoch zu beachten, dass die Unternehmenseinheiten aufgrund ihrer Diversität für viele Kennzahlen eigenständig Ziele und Massnahmen definieren, die hier nicht konsolidiert dargestellt werden.

↗ Weitere Details zur Datenerfassung finden sich im Anhang auf S. 112 des Nachhaltigkeitsberichts.

GRI 3-3

Energie und Emissionen

Produktion, Beschaffung und Vertrieb: Für den Betrieb von Gebäuden und Anlagen wird Energie benötigt. Hinzu kommen die indirekten Emissionen (Scope 3) von Lieferanten, Transporten, Rohmaterialien usw.

Gebrauch der Produkte: Der Gebrauch der Produkte der Swatch Group ist mit sehr geringen Treibhausgas-Emissionen verbunden, so werden mechanische Uhren mit Bewegungsenergie betrieben, Quarzuhren mit Solarzellen oder mit Batterien aus der eigenen, mit erneuerbarem Strom betriebenen Batterieproduktion.


Bereits im Jahr 1990 hat sich die Swatch Group als Sponsorin des Solarmobils Spirit of Biel / Bienne für die Reduktion der THG-Emissionen und die Herabsetzung des Energieverbrauchs eingesetzt. Das Solarmobil hatte damals die World Solar Challenge in Australien gewonnen. Aus dieser Zeit stammt auch die erste solarbetriebene Swatch (1995), die an Attraktivität nicht verloren hat. Damit bleibt das frühzeitige Bekenntnis zum Klimaschutz immer präsent und die Swatch Group langfristig motiviert, ihren Beitrag zu nachhaltigem Klimaschutz zu leisten.

 

 

Bis ins Jahr 2050 soll das Ziel der Klimaneutralität für Scope 1 und Scope 2 erreicht werden. Eine Strategie zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen wurde erarbeitet. Die Zielvorgaben werden regelmässig überprüft, und nach Möglichkeit wird eine raschere Reduktion umgesetzt.

Zur Reduktion der Scope-1-Emissionen werden bereits seit 2013 für alle Produktionseinheiten in der Schweiz Ziele für Energieeffizienzsteigerung und THG-Reduktion definiert, die grundsätzlich auch auf konsolidierter Basis für den gesamten Konzern gelten. Die Produktionsbetriebe und Vertriebsgesellschaften ausserhalb der Schweiz, insbesondere viele Boutiquen und Servicezentren, arbeiten ebenfalls an der Verbesserung der Energiebilanz. Obwohl sie weit weniger Energie als die Produktionsbetriebe in der Schweiz benötigen, werden die Boutiquen und Servicezentren ebenfalls im Massnahmenkatalog zur Reduktion der Emissionen und des Energieverbrauchs mit berücksichtigt.

Strategie zur Erreichung der Klimaziele

Um ihre Reduktionsziele zu erreichen, legte die Swatch Group für jeden Standort ein Neutralitätsziel fest und konzentriert sich hauptsächlich auf die Standorte mit dem grössten CO2-Ausstoss. Sechs Grundsätze bilden die Grundlage der Überlegungen (siehe Kasten rechts).

Um die Energiewende in der Industrie umzusetzen, richtete die Swatch Group ihren Fokus auf drei Hauptbereiche:

  1. Die Prüfung und Optimierung der bestehenden Energiekonzepte zur Reduktion des Energieverbrauchs sowie zur Optimierung des Komforts und des Gebäudemanagements. Den Ersatz der bestehenden Heiz-, Lüftungs- und Kühlsysteme in älteren Gebäuden durch modernste Technologien.
  2. Den Einsatz von sauberen, vorwiegend erneuerbaren Energien, wie Wasserkraft und Photovoltaik, aber auch die Erwägung der Nutzung von Biogas und Fernwärme aus erneuerbaren Quellen aus der Region.
  3. Die stetige Verfolgung technischer Innovationen im Zusammenhang mit der Energiespeicherung, der Herstellung von grünem Wasserstoff und nachhaltig produzierten biogenen Brennstoffen.

Dadurch wird der allgemeine Energieverbrauch gesenkt, und fossile Energieträger werden Schritt für Schritt durch erneuerbare Energieträger ersetzt.

1. Vermeidung der Verwendung von Ressourcen, wenn kein Nutzen damit verbunden ist.
2. Reduzierung des Energieverbrauches auf das nötige und technisch machbare Minimum.
3. Effizienter und kompetenter Betrieb der Installation sowie Wärmerückgewinnung.
4. Alternative zu fossilen Energieträgern wie regenerative oder CO2-freie Energiequellen
5. Autonomie. Erzeugung und Umwandlung von Energie an den Standorten selbst
6. Energiespeichersysteme und CO2-Kompensationsprojekte

 

Der Ersatz dieser Energien beruht vor allem auf der Rückgewinnung von Abwärme, wenn Wärme und Kälte zur selben Zeit benötigt werden. Um das durch diese Rückgewinnung nicht gedeckte Wärmedefizit auszugleichen, werden die Produktionsanlagen elektrifiziert. Mit diesem Ansatz sollte einerseits der gesamte Primärenergiebedarf für den Scope 1 gesenkt und andererseits die Energieautarkie gesteigert werden, indem die an jedem Standort vorhandenen Ressourcen genutzt werden und Abwärme verwertet und der Strombedarf von Scope 2 kontrolliert wird.

Um die Folgen ihrer Dekarbonisierungsprojekte auf Scope 2 zu reduzieren, ergriff die Swatch Group die folgenden Massnahmen:

  • Senkung des Stromverbrauchs der Maschinen durch technologische und organisatorische Optimierungsmassnahmen im Zusammenhang mit dem Energiemonitoring, wie geplante Abschaltungen am Ende des Produktionstages. Entwicklung von Energiekonzepten zur Optimierung des Wärme- und Kältebedarfs der Produktionsmaschinen durch Anpassung der Leistungsstufen und Temperaturen an den tatsächlichen Produktionsbedarf und die klimatischen Bedingungen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, die jeweils vorherrschenden äusseren Bedingungen zu nutzen, um sogenannte kostenlose Energien wie Free Cooling mit maximalem Wirkungsgrad zu nutzen.
  • Investition in Photovoltaikanlagen auf Dächern von Gebäuden der Swatch Group.
  • Beschaffung von Strom aus fossilfreien Energiequellen.

Für jedes Unternehmen wurden spezifische Reduktionsziele für die Treibhausgasemissionen 
in den Scopes 1 und 2 festgelegt.

Der Konzern überprüft den Fortschritt bei der Erreichung dieser Ziele zweimal jährlich. Alle Unternehmen erhielten ein technisches Framework für Massnahmen zur Optimierung und Ablösung bestehender Systeme, das verschiedene Vorschläge zur Verringerung des CO2-Fussabdrucks enthält und wodurch jedes Unternehmen seine Dekarbonisierung in Abhängigkeit von seiner bisherigen Leistung und der Konzernstrategie steuern kann.

Umweltprogramm Schweizer Produktionsbetriebe

Bereits 2013 hat die Swatch Group mit Unterstützung der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) eine verbindliche Zielvereinbarung mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) über die stationären Treibhausgasemissionen (Scope 1) unterzeichnet. 

Alle Schweizer Produktionseinheiten sind an diese Vereinbarung gebunden und tragen mit ihren Massnahmen zur Erreichung der Energieziele des Konzerns bei. Die erste Vereinbarung deckte den Zeitraum 2013–2021 ab und wurde bis 2024 verlängert. Neue Zielvereinbarungen mit dem BAFU werden derzeit mit Unterstützung der EnAW erarbeitet. Die Swatch Group hat 2025 ihr Engagement beim Bund verlängert, um die Vorgaben des Klima- und CO2-Gesetzes im Rahmen dieser neuen Vereinbarung zu erfüllen.

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Ruedin: Produktionsstandort, der komplett ohne fossile Energieträger auskommt

Innovative Technik!

Im März 2024 rief die Manufaktur Ruedin auf der 7656 m2 grossen Fläche ihrer Produktionsgebäude ein gross angelegtes Projekt zur energetischen Sanierung ins Leben. Diese Initiative stand im Einklang mit den Zielen der Swatch Group, die Umweltbelastung im Betrieb deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Energieeffizienz der Infrastruktur zu optimieren.

Die wichtigsten Ziele waren eindeutig festgelegt:

  • CO2-Neutralität im Scope 1 durch den kompletten Verzicht auf fossile Energieträger erreichen.
  • Den Wärmebedarf der Produktionsgebäude um zwei Drittel senken.

Die Sanierung begann mit der Verbesserung der thermischen Hülle des Standorts – ein wichtiger Schritt zur Reduktion von Energieverlusten. Ergänzend wurden neue Heiz-, Lüftungs- und Kühlsysteme installiert, die einen effizienteren Betrieb von Industrieanlagen gewährleisten sollen.

Vor dieser Sanierung verursachte der Heizölverbrauch durchschnittliche Emissionen in Höhe von 500 Tonnen CO2/Jahr, Energiekosten von rund CHF 200 000/Jahr und einen Primärenergiebedarf von 1800 MWh/Jahr.

Die Grundlage der Energieumwandlung bildet eine wichtige Innovation: ein unterirdischer, 360 m3 grosser Wasserspeicher, der als natürlicher Wärmespeicher dient. Im Winter gefriert dieses Wasser und bietet dadurch die notwendige Kapazität für die Kühlung der Produktionsanlagen und den Primärenergieeintrag für die Wärmepumpen. 

Im Sommer dient die gespeicherte Energie zur Kühlung des Maschinenparks und der Produktionsgebäude.

Drei Luftwärmepumpen ergänzen und sichern die Technik und nutzen gleichzeitig die erneuerbare Ressource Aussenluft.

Dank der neuen Energiearchitektur konnte der Primärenergiebedarf auf 320 MWh/Jahr gesenkt werden, was einer Reduktion von 82% gegenüber der Ausgangssituation entsprach.

Seit dem 1. Oktober 2025 kommt der Standort komplett ohne fossile Energieträger aus, was einen wichtigen Meilenstein für die Energiewende und das Engagement für das Klima darstellt.

Mobilität

Seit April 2025 hat das Unternehmen die Dieselfahrzeuge für die Logistik und die Kundenbelieferung komplett durch elektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzt. Dieser Schritt war Teil der Massnahmen, um den CO2-Fussabdruck zu verringern und die Umweltbilanz der Geschäftsaktivitäten zu verbessern. Zusätzlich wurde ein weiteres Elektrofahrzeug für die geschäftlichen Mobilitätsbedürfnisse der Mitarbeitenden angeschafft.