Beschaffung von Materialien

GRI Angabe 102–9

Unsere Lieferkette

Für die Beschaffung von Rohmaterialen und einigen Komponenten arbeitet die Swatch Group mit sorgfältig ausgewählten Lieferanten vorwiegend aus der Schweiz, Europa und dem Fernen Osten zusammen.

Beim Vertrieb werden möglichst emissionsarme Transportmittel eingesetzt, siehe dazu die Ausführungen im Kapitel Umwelt unter Scope-3-Emissionen. Audits der Lieferanten erfolgen risikobasiert. Zu diesem Zweck wurde eine eigene Organisation in Fernost aufgebaut. Derzeit wird die Lieferanten-Risikobewertung überarbeitet und geprüft, ob zukünftig auch bei ausgewählten Schweizer und europäischen Lieferanten systematisch Audits durchgeführt werden. Auch die Kennzahlen zur Supply Chain sind in Überarbeitung, um zukünftig noch umfangreicher und transparenter berichten zu können.

 

GRI Angabe 204–1

Lokale Lieferanten

Die SwatchGroup setzt sich seit ihren Anfängen für Swissness in der ganzen Schweizer Uhrenindustrie ein und strebte bereits bei der Lancierung von Swatch im Jahr 1983 einen Swiss-Made-Anteil von 100% an. Dieses starke Bekenntnis zur lokalen Beschaffung trägt wesentlich zum Erhalt und der Weiterentwicklung der Schweizer Uhrmachertradition und -kunst bei.

↗ Siehe auch Abschnitt Wiederaufnahme und Erhaltung von Kunst und Handwerk auf S. 66 des aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

 

Zudem fallen durch die kurzen Distanzen zwischen den einzelnen Produktionsstandorten vergleichsweise wenig THG-Emissionen beim Transport in der Lieferkette an. Dies betrifft nicht nur die klassischen Uhrenkomponenten. Auch Batterien und Mikrochips, welche heute in den meisten anderen Industrien per Luftfracht aus Asien importiert werden, können dank eigenen Produktionsstandorten in der Schweiz lokal hergestellt werden. Die langjährigen Investitionen in die Schweizer Entwicklungs- und Produktionsbetriebe ermöglichen der Swatch Group die Lancierung der Swiss Made Smart Watch TISSOT T-TOUCH CONNECT SOLAR, bei welcher sogar das Betriebssystem SwAlps vollständig intern und in der Schweiz entwickelt wurde.

Für die Uhren liegt der Anteil an Swiss Made (local sourcing) weit über den gesetzlich festgelegten 60%.

Um unnötige Transportemissionen zu vermeiden sowie lokale Anbieter weltweit zu unterstützen und einen möglichst effizienten Beschaffungsprozess zu ermöglichen, beschaffen die Länder- und Vertriebsgesellschaften Produkte wo immer möglich bei Produzenten aus der Region.

Durch das weltweite Netz von Servicecentern können Uhren kundenfreundlich und ohne lange Transportwege von lokalen Mitarbeitenden repariert werden.

Beschaffung von Edelmetallen

Die Swatch Group verwendet diverse Edelmetalle, vorrangig Gold, Silber, Palladium und Platin. Der mit Abstand grösste Anteil macht Gold aus. Die Beschaffung von neuem Gold erfolgt ausschliesslich von industriellen Minen aus den USA, Kanada oder Australien. Zudem verfügt der Konzern über einen geschlossenen, internen Goldverarbeitungszyklus mit einer gruppeneigenen Giesserei, um Produktionsreste intern wiederverwenden zu können. Ein kleiner Teil des eingesetzten Goldes wird über zertifizierte Schweizer Goldgiessereien oder als Komponenten von Lieferanten bezogen.

Der Einsatz von Recycling-Gold aus externen Quellen wird vermieden, da eine Rückverfolgbarkeit bis zur Mine nicht gegeben ist. Mit der Swatch Group Beschaffungsstrategie – der Direktlieferung von der Mine zur Raffinerie und weiter zur eigenen Goldverarbeitung sowie dem Einsatz von Recycling-Gold aus internen Prozessen – kann eine vollständige Rückverfolgbarkeit erreicht werden. 

Gold origine 2021

Herkunft Gold
Nach Volumen, Berichtsjahr 2021

Neues Gold

Die Beschaffung von neuem Gold erfolgt ausschliesslich als traceable Gold und ganz konsequent nur von industriellen Minen aus den USA, Kanada oder Australien, da in diesen Ländern die gesetzlichen Standards am höchsten sind und die industriellen Minen unter den sehr strengen Auflagen der dortigen Behörden betrieben sowie von diesen regelmässig überwacht werden. Die Lieferkette wird direkt und sehr kurz gehalten, das heisst Direktlieferung von der Mine zur Raffinerie und weiter zur eigenen Goldverarbeitung durch die Swatch Group. Die Goldbeschaffung aus anderen Regionen und/oder aus Kleinbergbau, in denen geringere Standards gelten oder Restrisiken bestehen, dass non-traceable Gold in die Beschaffungskette gelangen könnte, ist für die Swatch Group klar keine Alternative. Diese einfache und klare Beschaffungspolitik hat sich als sehr wirksam erwiesen.

Countries of origin for primary gold in the year under review

  2021 2020 2019
Australien 88% 0% 0%
USA 12% 100% 71%
Kanada 0% 0% 0%
Andere Länder 0% 0% 29% 1

 

Erfassungszeitraum: 01.10–30.09.
1. Die Bestellungen betreffen das Jahr 2018. Seit Januar 2019 wird kein Gold aus anderen Ländern beschafft.

 

Internes Recycling-Gold

Der Prozess der Edelmetallverarbeitung wurde in den letzten Jahren durch Investitionen in gruppeneigene Giessereien und Aufbereitungsanlagen vollständig internalisiert, um Legierungen selbst herzustellen und wieder zu rezyklieren. Nach der Aufbereitung der Legierungen werden Stangenprofile und Rohbarren hergestellt. Danach wird das Material über weitere interne Produktionsabläufe zu Halbfabrikaten und Fertigkomponenten verarbeitet. Dadurch kontrolliert die Swatch Group die gesamte Goldverarbeitungskette intern nach einem klar definierten Prozess. Nivarox-FAR hat dabei eine Schlüsselfunktion inne und verarbeitet die Goldbestände der Swatch Group in einem geschlossenen und kontrollierten Kreislauf. Durch die gruppeneigene Giesserei können so Produktionsspäne und Ausschuss vollständig wiederverwendet werden. Nivarox-FAR ist im Besitz der notwendigen eidgenössischen Bewilligungen als Giesser und Handelsprüfer (Edelmetallprüfer) und ist zudem Responsible Jewellery Council Code of Practice und Chain of Custody (RJC CoP und CoC) zertifiziert. Recycling-Gold hat im Vergleich zu neuem Gold zudem tiefere THG-Emissionen. 

↗ Weitere Details dazu finden sich im Kapitel Scope 3 Emissionen auf S. 44 des aktuellen Nachaltigkeitsberichts.

Nivarox Processing Cycle