NACHHALTIGKEITSBERICHT

UMWELTSCHUTZPOLITIK UND SICHERHEIT

Umweltschutz und Sicherheit sind in allen Bereichen und Unternehmungen der Swatch Group selbstverständlich und ein prioritärer Grundsatz, der tagtäglich von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter des Unternehmens respektiert, gefördert und umgesetzt wird. Taten statt Worte – oder umfassende Berichte – lautet die Devise. Dabei ist es uns allen ein Anliegen, unserer Umwelt Sorge zu tragen und ihr, ebenso wie der Sicherheit im Allgemeinen, höchste Beachtung zu schenken. Diese Leitgedanken sind Teil der ESG-Werte (Environment, Social, Governance), denen wir alle grösste Bedeutung zuweisen, wie dies auch an verschiedenen Stellen im aktuellen Geschäftsbericht zum Ausdruck kommt..

Unsere Verantwortung zum Schutz des Lebens, der Lebensqualität, der Sicherheit und Gesundheit sowie zu unserer Umwelt ist uns allen sehr bewusst, und wir unternehmen das Bestmögliche, um dieser Verantwortung auch gerecht zu werden, in unserem Umfeld, welches wir direkt oder indirekt beeinflussen können.

Grundsätzlich werden Ressourcen effizient und sparsam eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Produkte auf nachhaltige und umweltschonende Weise hergestellt und vertrieben werden. Bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase eines jeden neuen Produkts werden rezyklierbare Materialien und Hilfsstoffe sowie umweltschonende Produktionsmethoden berücksichtigt. Darüber hinaus werden Massnahmen zur Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs umgesetzt, sei es durch Produktionsanlagen mit intelligenten Energiesteuerungssystemen oder durch energieoptimierte und wärmeisolierte Infrastrukturen.

Swatch buildings - solar panels

Bei den neuen Betriebsstätten und bei Renovationen wurden die modernsten Technologien und Baumaterialien zur bestmöglichen Verbesserung der Öko und Energiebilanz eingesetzt, was auch im Berichtsjahr zu einem weiteren positiven Beitrag geführt hat. Jährlich werden alle betriebsökologisch relevanten Werte in einer umfassenden Datenerhebung konsolidiert. Diese Daten werden ausgewertet und dienen der Messung der erreichten Ergebnisse sowie als Grundlage für weitere Zielsetzungen.

 

Umwelt, Sicherheit und Gesundheit – Relevante Massnahmen

Der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden sowie auch unserer weltweiten Kundschaft wird grösste Beachtung geschenkt. Unsere Vorgaben in der Beschaffung, in der Produktion, im Vertrieb und auch im Gebrauch unserer Produkte entsprechen nicht nur den strengsten internationalen Gesetzen und Richtlinien, sondern auch unseren eigenen, sehr hochgehaltenen Standards, welche wir auch laufend weiter ausbauen und verbessern. Diesbezüglich haben auch wir nie ausgelernt, und dies führt in der Unternehmung auch ständig zu Innovationen und neuen Investitionen.

Umwelt, Ethik und Sozialkriterien sind ebenfalls fester Bestandteil unserer Beschaffungspolitik. Der verantwortungsbewusste Einkauf von industriespezifischen Rohstoffen wie Edelmetallen, Diamanten und exotischen Ledern ist von grösster Bedeutung. Zudem hat sich die Swatch Group entschieden, freiwillig auf den Gebrauch von Hölzern bedrohter Baumarten zu verzichten und nur Hölzer zu verwenden, die aus nachhaltigem Anbau stammen. Dies erlaubt den Gesellschaften der Swatch Group einen weiteren wichtigen Beitrag zur Verbesserung des ökologischen Gleichgewichts zu leisten. Die Goldbeschaffung erfolgt ausschliesslich als «Tracable Gold» aus konfliktfreien und unkritschen Ländern, wie den USA, Kanada und Australien. Ebenso stellen wir sicher, dass die Diamanten, die in den Produkten verwendet werden, ausschliesslich von Lieferanten stammen, welche das Zertifizierungssystem des Kimberley Prozesses vollumfänglich respektieren und auch anwenden.

In Bezug auf klar nachhaltige Produktionsmethoden und Produkte hält sich die Swatch Group an die geltenden Richtlinien, insbesondere die EU-Richtlinien wie die Restriktionen der gefährlichen Substanzen (RoHS), die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) und die Entsorgung der Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE). Für
ergänzende Informationen im Bereich Energie und Ökologie wird auch auf den Beitrag von Belenos auf Seite 116 sowie im Bereich Umweltschutz und Sicherheit auf die Ausführungen des Swatch Group Quality Managements auf den Seiten 112 und 113 des aktuellen Geschäftsberichts verwiesen.

Risikomanagement

Das Corporate Risk Management System ist integrierter Bestandteil der Umweltschutz- und Sicherheitspolitik. In diesem System werden laufend entscheidende Risiken identifiziert, analysiert und erfasst, damit wir Risiken zum Umweltschutz, zur Sicherheit und zur Gesundheit frühzeitig erkennen und zur Verhinderung allfälliger Vorkommnisse adäquate Massnahmen ausgearbeitet und umgesetzt werden können. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Business Continuity Management. Experten ermitteln die für den Konzern wichtigen operativen Einheiten und ihre Vernetzung, identifizieren die Hauptrisiken (wie zum Beispiel Feuer, Wasser, chemische Substanzen, Betriebsunterbruch) und definieren Massnahmen, um die Business Continuity möglichst sicherzustellen. Prävention und Notfalldispositive stehen dabei im Zentrum. Ein wesentliches Element des Risikomanagements der Swatch Group ist ihre Unabhängigkeitspolitik. Folglich werden Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, Vertriebspartnern und Finanzdienstleistern soweit sinnvoll reduziert. Dazu gehören auch eine genügende Lagerhaltung, der Ausbau und die Modernisierung der Produktionskapazitäten, die Berücksichtigung von Zweitlieferanten, strategisch wichtige Akquisitionen und ein hohes Eigenkapital.

Sustainability Report

Umweltrelevante Kennzahlen

Swatch Group verfügt über verschiedenste Betriebs- und Produktionsstätten, welche jeweils hochspezialisiert sind und deshalb über ein eigenes spezifisches Profil in Bezug auf Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz verfügen. Die Entwicklung jedes einzelnen Betriebs wird genau begleitet, sodass weitere optimierende Massnahmen definiert und umgesetzt werden können. Die wichtigsten Messgrössen sind jene der umweltrelevanten Bereiche mit Einfluss auf den Energieverbrauch, insbesondere Strom- und Wärmeverbrauch, und den damit zusammenhängenden CO2-Ausstoss, die Kenngrössen zu Wasserverbrauch, Abfallmanagement, Batterien-Recycling und VOC-Emission (Volatile Organic Components). Diese Messgrössen werden über alle Einheiten der Swatch Group erhoben und ergeben nachstehende Entwicklung.

CO2-Emission durch Energieverbrauch

Bereits im 2001 hat die Swatch Group begonnen, klare Klima- und Effizienzziele zu setzen, und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Jede einzelne Einheit wurde somit in das Programm aufgenommen und Massnahmen wurden definiert, um den Energieverbrauch zu senken. Um den Klimabeitrag zu erhöhen und den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, ist im Frühjahr 2013 entschieden worden, alle Produktionseinheiten in der Schweiz einem Programm zur CO2-Befreiung zu unterstellen. Dabei werden mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) freiwillige wirtschaftliche und ökologische Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emission vereinbart und die vorgegebenen Ziele vertraglich festgehalten.

Ziel dieser Vereinbarung ist es, im Zeitraum von 2013 bis 2020 den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, insbesondere eine weitere Reduktion von 27% CO2 zu erreichen und gleichzeitig bis 2020 die Energieeffizienz um 8% zu steigern. In Zusammenarbeit mit der Energieagentur der Wirtschaft (EnAW) sind seit 2013 jedes Jahr durch Spezialisten Energieaudits durchgeführt und weitere Möglichkeiten zur Senkung des CO2-Ausstosses zusammengetragen worden. Entsprechend wurde ein optimaler Massnahmenkatalog zur Erreichung der gesetzten Ziele ausgearbeitet. Seither werden die definierten Massnahmen konsequent umgesetzt, was zu einer beachtlichen CO2-Reduktion und Abgabebefreiungen von Produktionsstandorten geführt hat. Der Massnahmenkatalog wird laufend überprüft und aktualisiert, sodass auch weiterhin ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Die jährliche Zielerreichung wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom Bundesamt für Energie (BFE) begleitet und geprüft. Die detaillierten Prüfungen an den einzelnen Standorten sowie das Zusammentragen der Daten durch die Spezialisten sind sehr zeitaufwendig, weshalb die geprüften Zahlen des Berichtsjahres jeweils erst Mitte des laufenden Jahres vorliegen. Die EnAW stellt jährlich bei Zielerreichung und erfolgter Prüfung ein spezifisches Zertifikat aus.

Schon 1990 hat sich die Swatch Group als Sponsorin des Solarmobils Spirit of Biel für die Reduktion der CO2-Emission und die Herabsetzung des Energieverbrauchs eingesetzt. Das Solarmobil hatte damals den World Solar Challenge in Australien gewonnen. Aus dieser Zeit stammt auch die erste solarbetriebene Swatch (1995), welche an Attraktivität nicht verloren hat und noch heute im Verkauf ist. Damit bleibt das bereits frühzeitige Bekenntnis zum Klimaschutz immer präsent und motiviert, unseren Beitrag zum Klimaschutz auch nachhaltig zu leisten.

Die folgenden Grafiken zeigen den CO2-Ausstoss seit dem Start des neuen Programmes im Jahr 2013 sowie die gesetzten Ziele bis 2020, diesen um 27% zu reduzieren. Seit der Einführung des neuen Programmes konnte der Ausstoss an CO2 insgesamt um 1743 Tonnen reduziert werden, was die Grafik 1 zeigt. Die Energieeffizienz sollte bis und mit 2020 um insgesamt 8% gesteigert werden, was zu einer linearen Solllinie in Grafik 2 führt. In den ersten fünf Jahren nach der Einführung des neuen Programmes ist aus der Grafik 2 ersichtlich, dass die vorgegebene Energieeffizienzsteigerung übertroffen wurde.

Der Elektrizitätsverbrauch nahm im 2018 um 10,7% zu, was durch Produktionssteigerungen bedingt war. Die CO2-Emissionen erhöhten sich kurzfristig, da neue Firmengebäude noch nicht den regulären Betrieb aufgenommen haben, denn die Substitution von fossilen Brennstoffen erfolgt erst mit der definitiven Inbetriebnahme. Diese führte dazu, dass der Zielwert überschritten wurde (Grafik 1).

Die ausländischen Vertriebsgesellschaften, insbesondere mit deren vielen Boutiquen, haben selbstverständlich ebenfalls das Ziel, die Energiebilanz zu verbessern, auch wenn diese natürlich weit weniger Energie verbrauchen als die Produktionsstandorte in der Schweiz.

diagrams show CO2 emissions

Wärmeverbrauch pro Nutzfläche (kWh / m2 pro Jahr)

Der Energieverbrauch aus fossilen Energien wie Heizöl, Erdgas und Fernwärme in kWh pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr nahm im Berichtsjahr um 0,1% ab, obschon der klimatische Winter länger andauerte als im Vorjahr. Ein höherer Energieverbrauch konnte auch durch die laufenden Investitionen in neue und alte Produktionsanlagen und Gebäude verhindert werden. Durch die mit modernster Wärmepumpentechnologie ausgerüsteten Neubauten, weiteren Gebäudeisolationen und -sanierungen, die Optimierung respektive den Ersatz der diversen Klima und Kühlwasseranlagen, Sanierungen von Heizungsanlagen und die Inbetriebnahme von neuen Wärmerückgewinnungsanlagen wurde dieses Ziel erreicht. Aufgrund der ständigen Investitionen zur Minimierung des Wärmeverbrauchs pro Nutzfläche wurde dieser seit Einführung des Programmes im Jahr 2001 weit mehr als halbiert. Beispielhaft hierfür sind die Erweiterungsbauten des Omega-Areals in Biel (BE), bei welchen der Verbrauch pro m2 um 48%, die CO2-Emissionen um stattliche 55% gesenkt werden konnten.

 

Stromverbrauch pro Nutzfläche (kWh / m2 pro Jahr)

Gemessen in kWh pro Quadratmeter und Jahr erhöhte sich der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 9,3%. Dieser Mehrverbrauch wurde durch die Inbetriebnahmen und das Hochfahren neuer Produktionswerke sowie durch die erhöhte Produktion bewirkt. Durch den Einsatz neuer, energieeffizienter Maschinen und Anlagen in verschiedenen Produktionseinheiten sowie beachtliche Investitionen im Beleuchtungsbereich in Form von Sanierungen von Beleuchtungsanlagen konnte dennoch ein unterproportionaler Stromverbrauch erreicht werden. Mit dem Einsatz von neuen LEDLeuchten konnte optimales Licht erreicht und die Wärmelast verringert werden, was den Stromverbrauch vermindert und sich zusätzlich positiv auf die Kosten der Raumklimatisierung auswirkt. Auf dem Omega-Areal entfalten die Investitionen einen positiven Effekt, welche durch Substitution von fossilen Energieträgern durch Wärmepumpen die Energiebilanz verbessern konnten.

 

Energie aus eigener erneuerbarer Solarenergie- und Wasserkraftproduktion

Seit Jahrzehnten investiert die Swatch Group nicht nur im Bereich der elektronischen Systeme in energiearme und energieeffiziente Komponenten und Integrierte Schaltungen, sondern betreibt auch eine eigene Energieproduktion erneuerbarer Energien wie Solarenergie- und Wasserkraftproduktion. Die Eigenproduktion an nachhaltigen Energien konnte in den letzten Jahren durch neue Anlagen erhöht werden. Auch wenn die eigene nachhaltige Stromproduktion bescheiden ist, trägt sie dennoch zum Klima- und Umweltschutz bei. Mit der Eröffnung des neuen Produktionsgebäudes auf dem Omega-Areal konnte eine weitere Photovoltaikanlage der neuesten Generation von Belenos Clean Power mit dem Mikroinverter in Betrieb genommen werden. Im Berichtsjahr konnten durch diese Anlagen 170 MWh erzeugt werden. Die gesamte Energieproduktion ist nicht konstant, da diese bei den Wasserkraftwerken La Suze und Le Bez in Corgémont (BE), welche im Jahr 2010 komplett saniert und automatisiert wurden, von der durchschnittlichen Niederschlagsmenge abhängt und bei der Solarenergie von den durchschnittlich hohen Lichteinfällen auf die Photovoltaikanlagen, welche bei der Omega und Distico in Biel und bei der ETA in Boncourt (JU) installiert sind. Die Wasserkraftwerke und die Photovoltaikanlagen
haben eine jährliche Produktionskapazität von insgesamt rund 1600 MWh. Mit dieser Energie wird unter anderem ein Teil der Elektrofahrzeugflotte der ETA betrieben.

 

Abfallmanagement

Der anfallende Sondermüll (ohne Uhrenbatterien) hat im Berichtsjahr aufgrund von Bereinigungsprozessen in der Produktion und der weiteren Integration der Produktion um 13,3% zugenommen. Der Anteil des rekuperierten bzw. rezyklierten Sondermülls hat um 4,6% zugenommen. Die sonstigen Industrieabfälle wie Papier, Karton, Kunststoff und elektronische Komponenten nahmen erfreulicherweise 1,3% ab.

 

Batterie-Recycling

Bereinigt um die intern über das abgelaufene Haltbarkeitsdatum aussortierten Batterien und den Verkauf der Restposten bei der Renata AG wurden den autorisierten Spezialfirmen im Berichtsjahr insgesamt über 7,6 Tonnen Batterien zur Aufbereitung übergeben. Die Renata AG betreibt seit 2018 als einziger Batterienhersteller eine eigene Knopfzellenrecyclinganlage (Silberrecycling) mit einer jährlichen Kapazität von 250 Millionen Knopfzellen bzw. 25 Tonnen Silberoxid und demonstriert damit einen bisher weltweit einmaligen nachhaltigen Umweltbeitrag als Knopfzellenhersteller. Abwasserbewirtschaftung Infolge von erhöhter Produktion, Hochfahren neuer Produktionswerke, Einschluss weiterer Produktionsstätten sowie von zusätzlichen Klimaanlagen nahm der Verbrauch an Frischwasser gegenüber dem Vorjahr um 10,1% und derjenige von NichtTrinkwasser um 29,7% zu. Besonders hervorzuheben sind der Rückgang des anfallenden Gebrauchtwassers durch vermehrten Einsatz von geschlossenen Wasserkreisläufen, die Effizienzsteigerung bei den Wasseraufbereitungsanlagen sowie die Nutzung von aufgefangenem und aufbereitetem Regenwasser für die Verwendung in Kühlsystemen und Sanitäranlagen.

 

Abwasserbewirtschaftung

Infolge von erhöhter Produktion, Hochfahren neuer Produktionswerke, Einschluss weiterer Produktionsstätten sowie von zusätzlichen Klimaanlagen nahm der Verbrauch an Frischwasser gegenüber dem Vorjahr um 10,1% und derjenige von NichtTrinkwasser um 29,7% zu. Besonders hervorzuheben sind der Rückgang des anfallenden Gebrauchtwassers durch vermehrten Einsatz von geschlossenen Wasserkreisläufen, die Effizienzsteigerung bei den Wasseraufbereitungsanlagen sowie die Nutzung von aufgefangenem und aufbereitetem Regenwasser für die Verwendung in Kühlsystemen und Sanitäranlagen.

 

VOC-Emission (Volatile Organic Components)

Infolge Produktionserhöhung, Einschluss neuer Produktionsstätten und weiterer Internalisierung der Produktion während dem Berichtsjahr erhöhte sich der Verbrauch an VOCs im Vergleich zur Vorjahresperiode, dies hauptsächlich durch den Einsatz an Aceton, Alkohol und Benzin als Reinigungsmittel für die produzierten Komponenten. Die VOCEmission erhöhte sich um 8,1%. Im Berichtsjahr konnten erfreulicherweise 7,7% mehr VOCs rekuperiert bzw. rezykliert werden mit dem Einsatz von Rückgewinnungsanlagen für Benzin und andere flüchtige Lösungsmittel. Eine höhere VOC-Emission wurde durch vermehrte Substitution der flüchtigen Substanzen dank der Umstellung auf ein wässeriges Verfahren ohne Lösungsmittel oder wenigerflüchtige Substanzen verhindert.

CO2 emissions

Generelle Beschaffung von Rohmaterialien

Umwelt, Ethik und Sozialkriterien sind ein fester Bestandteil unserer Beschaffungspolitik, weshalb als Lieferant oder dessen Unterlieferanten nur berücksichtigt werden kann, wer die klar definierten und vertraglich festgehaltenen Kriterien in Bezug auf die sicherheits-, umwelt- und sozialpolitischen Aspekte vollumfänglich erfüllt. Dazu gehört nicht nur die Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetze, sondern auch die OECD-Richtlinie für die Beschaffung von Rohmaterialien und Komponenten (OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains from Conflict-Affected and High-Risk Aeras and its Supplement on Gold) sowie der Standard SA8000 (Social Accountability International) zur verantwortungsbewussten Beschaffung unter den Prämissen der ethischen und fairen Arbeitsbedingungen, des Gesundheitsschutzes und der Arbeitssicherheit, der Beachtung der Menschenrechte und des Umgangs mit Geschäftspartnern sowie des Einbezugs der Zulieferkette, lokaler Entwicklung und weiterer sozial- und umweltrelevanter Faktoren.

Zudem müssen die Lieferanten natürlich die internen Vorgaben der Swatch Group Quality Management zur Qualitätssicherung, zu den ökologischen und gesetzlichen Bestimmungen sowie zur gesetzlichen Compliance in Bezug auf die Produkte vollumfänglich übernehmen, insbesondere REACH (Regulation on Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), RoHS (Restriction of Hazardous Substances) und WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment). Um dies sicherzustellen, erhält jeder Lieferant einen direkten und geschützten Zugriff auf die von Swatch Group Quality Management erstellten Konformitätsspezifikationen der angewendeten Rohmaterialien und Werkstoffe. Diese Spezifikationen in der umfassenden Datenbank werden laufend aktualisiert. Die Swatch Group FEPS (Far East Procurement Service) und Swatch Group Quality Management überprüfen regelmässig, ob die Bedingungen seitens der Lieferanten effektiv erfüllt werden. Sofern die Vorgaben nicht eingehalten werden, können sie korrektive Massnahmen bei den Lieferanten verlangen. Sofern der Zulieferer sich betreffend Vorgaben nicht oder nicht mehr qualifizieren kann, so wird er nicht weiter berücksichtigt.

 

Beschaffung von biologischen Rohmaterialien

In Bezug auf biologische Rohmaterialien wie Baumwolle, Leder, Hölzer usw. werden nicht nur die vielen nationalen und internationalen Gesetze (EU 995 / 2010 et EC 338 / 97, Lacey Act, CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, UICN Union Internationale pour la Conservation de la Nature, FSC Forest Stewardship Council, PEFC Programme for the Endorsement of Forest Certification, Timber Regulation usw.) eingehalten, sondern es wird sogar auf legale und nicht bedrohte Materialien, welche von unseren Spezialisten jedoch als ethisch kritisch eingestuft werden, freiwillig verzichtet. So wird freiwillig auf den Gebrauch von Hölzern bedrohter und eventuell bedrohter Baumarten verzichtet und es werden nur Hölzer verwendet, die aus nachhaltigem Anbau stammen und in Bezug auf Ursprung, Forstwirtschaft und CITES deklariert und zertifiziert sind. Ferner achtet Swatch Group darauf, ihren Bedarf an exotischen Ledern nur aus sehr wenigen, klar identifizierten, kontrollierten und nachhaltigen Zuchtbetrieben zu decken. Dies hat zur Folge, dass nur noch einzelne Betriebe in den Vereinigten Staaten berücksichtigt werden können, welche die sehr strengen US Fish and Wildlife sowie die bereits genannten CITES-Vorschriften garantieren können.

 

Beschaffung von Edelmetallen

Swatch Group verfügt über eine klare Beschaffungspolitik in Bezug auf Edelmetalle. Diese werden nur von einzelnen, etablierten und langjährigen Lieferanten bezogen, welche sich über die gesetzlichen und sämtliche Vorschriften der Finanzmarktaufsicht hinaus mindestens als zertifiziertes Mitglied des Responsible Jewellery Council (RJC) oder der London Bullion Market Association (LBMA) ausweisen können und auch die Zusicherung erbringen, dass die gelieferten Edelmetalle aus ethisch einwandfreien Quellen sowie konfliktfreien Regionen stammen. Die RJC-Norm ist spezifisch auf die Haute Joaillerie und Schmuckindustrie ausgerichtet und umfasst die OECD-Richtlinie für die Beschaffung von Edelmetallen (OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains from Conflict-Affected and High-Risk Aeras and its Supplement on Gold) sowie den Standard SA8000 (Social Accountability International) zur verantwortungsbewussten und ethischen Beschaffung von Materialien.

Die Prozesse der Metallbeschaffung werden seit Jahren laufend verbessert und können noch weiter verbessert werden, insbesondere in Bezug auf die lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Beschaffungskette. Diesbezüglich wird auch mit den dafür zuständigen Behörden und Institutionen, z. B. im Rahmen der Better Gold Initiative mit dem SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft), zusammengearbeitet. Da die Herkunft des Goldes eine wichtige Rolle spielt, bezieht die Gruppe nur noch ausschliesslich «Tracable Gold», spezifisch aus Nordamerika und Australien, wo die Minen unter den sehr strengen Auflagen der Behörden betrieben werden. Die Beschaffungskette wird zudem sehr kurz und direkt gehalten.

Weiter wurden auch die Prozesse und Edelmetallverarbeitungen in den letzten Jahren durch Investitionen in gruppeneigene Giessereien und Aufbereitungsanlagen vollständig internalisiert, um die bereits gehaltenen Edelmetallbestände selber zu verarbeiten und Legierungen selber herzustellen und wieder zu rezyklieren. Nach der Aufbereitung der Legierungen werden Stangenprofile und Rohbarren hergestellt. Danach wird das Material über weitere interne Produktionsabläufe zu Halbfabrikaten und Fertigkomponenten verarbeitet. Demnach kontrolliert Swatch Group die gesamte Goldverarbeitungskette intern nach einem klar definierten Goldverarbeitungszyklusprozess. Dabei hat die Nivarox-FAR-Metallurgie eine Schlüsselfunktion, diese verarbeitet die gesamten Goldbestände der Gruppe in einem geschlossenen und kontrollierten Kreislauf. Nivarox-FAR-Metallurgie ist im Besitz der notwendigen eidgenössischen Bewilligungen als Giesser und Handelsprüfer (Edelmetallprüfer) und ist zudem Responsible Jewellery Council Code of Practice (RJC COP) zertifiziert.

 

Beschaffung von Diamanten und Edelsteinen

Beim Einkauf von Diamanten wird sichergestellt, dass diese ausschliesslich von wenigen Lieferanten stammen, welche das Zertifizierungssystem des Kimberley-Prozesses vollumfänglich respektieren und auch anwenden. Durch die Zertifizierung wird sichergestellt, dass die Diamanten nachweislich aus konfliktfreien Regionen und aus legalem Handel stammen. Staaten, Unternehmen und Händler, welche dieses Zertifizierungssystem nicht vollumfänglich anwenden, werden vom Handel ausgeschlossen. Zudem werden nur langjährige Partner berücksichtigt, welche bei der Beschaffung, neben dem Kimberley-Prozess, auch die CIBJO-Vorgaben (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie; the World Jewellery Confederation) einhalten, um so jegliche Qualitäts- und Beschaffungsrisiken auszuschliessen.

Socialpolitik

Zum Jahreswechsel 2017 / 2018 hellten sich die Wirtschaftslage und die Aussichten für die Uhrenindustrie wieder auf und die Swatch Group konnte auf die steigende Nachfrage an diversen Märkten reagieren. Dies war dank den Mitarbeitenden möglich, die während der schwierigen Monate nicht nur aktiv blieben, sondern die Zeit nutzten, um neue Fähigkeiten zu erwerben und sich so den Herausforderungen der Swatch Group zu stellen. Es war wichtig, offene und gute Beziehungen zum Personal zu pflegen. Die Mitarbeitenden erkannten somit die Bemühungen ihres Arbeitgebers zum Erhalt der Arbeitsplätze und der notwendigen Rahmenbedingungen zur Weiterentwicklung jedes Einzelnen.

 

Arbeitsplätze

Im Jahr 2018 erreichte der Personalbestand der Swatch Group einen neuen Rekord. Im Vergleich zum 31. Dezember 2017 wurden mehr als 1500 Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt beschäftigte die Swatch Group im Berichtsjahr 18 000 Personen in der Schweiz und 19 000 im Ausland. Die Mitarbeiterzahl liegt somit deutlich höher als im Jahr 2015, als die Swatch Group den bis anhin grössten Personalbestand aufwies. Den Geschäftsleitungen aller Gesellschaften kommt somit eine noch grössere Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden zu, die der Swatch Group ihr Vertrauen schenken und ihre Fähigkeiten einbringen, um sich den künftigen Herausforderungen zu stellen.

Personalentwicklung

Angesichts des erhöhten Personalbestandes waren die internen Schulungen entsprechend zahlreich, intensiv und unerlässlich, damit alle Mitarbeitenden die notwendigen Abläufe und Verfahren zur Ausführung ihrer Aufgaben erwerben konnten. Die Betreuung der neuen Mitarbeitenden kam auch den dienstälteren Angestellten zugute, die durch die Wissensvermittlung ihre Polyvalenz stärkten.

 

Berufliche Grundausbildung

Dank der langfristigen Vision und Strategie der Konzernleitung der Swatch Group war es erneut möglich, allen Lernenden aus technischen Berufen zum Lehrabschluss einen Arbeitsvertrag anzubieten, damit sie ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und eine interessante berufliche Laufbahn innerhalb des Unternehmens anstreben können. Die per August 2018 unterzeichneten Lehrverträge überstiegen zudem die abgeschlossenen Berufslehren. Die Gesamtzahl der Lernenden stieg somit im Berichtsjahr leicht auf knapp 500 an.

Swatch Group apprentices

Bereits zum fünften Mal verbrachten zwei Uhrmacherlernende elf Wochen in Hongkong, um die Tätigkeiten des Reparaturzentrums zu entdecken und Erfahrungen in einem multikulturellen Umfeld zu sammeln. Sowohl das Personal in Hongkong als auch der Nachwuchs waren begeistert und begrüssten eine Fortsetzung dieses Ansatzes. Im Rahmen eines Sprachaustauschprogramms gingen drei Deutsch- und drei Westschweizer Lernende für sechs Wochen nach Paris bzw. Berlin. Sie waren bei Gastfamilien untergebracht, arbeiteten in Swatch-Boutiquen und besuchten Sprachschulen.

In der Schweiz bot die Swatch Group 2018 eine Ausbildung in 32 verschiedenen Berufszweigen an und zählt pro Beruf zwischen einem und – in dem am stärksten vertretenen Beruf – 91 Lernenden. Die Swatch Group ist damit der grösste Ausbildner der Uhrenindustrie, sowohl in Bezug auf die Anzahl Lernender als auch auf die Anzahl der nach ihrem Abschluss übernommenen Nachwuchskräfte.

 

Uhrmacherschulen Nicolas G. Hayek

Die sechs Nicolas G. Hayek Uhrmacherschulen kamen auch im Berichtsjahr dem grossen Bedarf nach, in den verschiedenen Ländern kompetenten Nachwuchs in den Uhrenberufen auszubilden und die Beratung und Reparatur in den Vertriebsnetzen und in der Kundenberatung zu garantieren. Die Ausbildung geniesst auch ausserhalb des Unternehmens ein hohes Ansehen. Die Swatch Group stellte deshalb sicher, den Nachwuchs zu motivieren und ihm Entwicklungsperspektiven zu bieten, um ihn nach abgeschlossener Berufslehre im Unternehmen zu halten.

Watchmakers at work

Berufliche Entwicklung

Der Anstieg der Nachfrage, der im Jahr 2018 zur Schaffung der zahlreichen Arbeitsplätze führte, wirkte sich auch auf die Werkstätten zur Prüfung der Kompetenzen, die Entwicklungszentren und die internen Schulungen am Arbeitsplatz aus. Die Mitarbeitenden erhielten je nach Fähigkeiten und Neigungen neue Aufgaben an ihrem Arbeitsplatz. Dadurch konnten sie ihre neuen Aufgabenbereiche schnell verinnerlichen, sich weiterentwickeln und komplexere, interessantere Aufgaben mit hoher Wertschöpfung übernehmen.

 

Soziale Partnerschaft und Arbeitsbedingungen

Zwei Jahre nach seiner Unterzeichnung wurde der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der schweizerischen Uhrenindustrie, der fünf Jahre gültig ist, vom Personal, den Personalausschüssen, den Vorgesetzten und den Gewerkschaftspartnern gut aufgenommen. Mit Letzteren pflegt die Swatch Group das ganze Jahr über und in allen Landesteilen einen ständigen Dialog und eine konstruktive Zusammenarbeit. Nach dem Anstieg des Landesindexes der Konsumentenpreise um 1,2% Ende August 2018 im Vergleich zum Vorjahr erhöhte die Swatch Group die Löhne in der Schweiz für das Jahr 2019 gemäss GAV um mindestens 52 Schweizer Franken und höchstens 78. Die Gesamtlohnsumme stieg somit um mehrere Millionen Franken. Da das Unternehmen 95% ihres Umsatzes in Währungszonen ausserhalb der Schweiz erzielt und sich dort die Frankenstärke negativ auf die Geschäfte auswirkt, bleibt weiterhin Vorsicht geboten. Jede Gesellschaft muss effizient bleiben und ihren Unternehmergeist bewahren, um die höheren Arbeitskosten decken und in die Zukunft investieren zu können. Gleichzeitig wurde ein besonderes Augenmerk auf die weiteren Aspekte der Arbeitsbedingungen gelegt, wie zum Beispiel die Ergonomie, korrekte Bewegungsmuster und Körperhaltung am Arbeitsplatz, Gebäudeanalysen und die Optimierung der Produktionsinstrumente. Alle Gesellschaften zeigten sich sehr aktiv in diesen Bereichen und gestalteten ein angenehmes und vielversprechendes Arbeitsumfeld, das der Tätigkeit jedes Einzelnen entspricht.

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