Nachhaltigkeitsbericht

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

UNSER ANSATZ FÜR UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Verantwortung zum Schutz des Lebens, der Lebensqualität, der Sicherheit und Gesundheit sowie zum Schutz unserer Umwelt wahrzunehmen, ist für Swatch Group ein grundlegendes Anliegen. Wir unternehmen das Bestmögliche in allen Bereichen und Ebenen des Unternehmens, um dieser Verantwortung auch gerecht zu werden. Wir sind stets bestrebt, Werte für unsere Stakeholder, unsere Umwelt und die Gesellschaft insgesamt zu schaffen. Umweltschutz-, Ethik- und Sozialkriterien sind daher seit jeher feste Bestandteile unserer Unternehmenskultur sowie unserer Beschaffungspolitik. Die Konzernleitung, die erweiterte Konzernleitung und die Geschäftsleitungen der einzelnen Einheiten sorgen tagtäglich dafür, dass diese Verantwortungskultur vorgelebt und auf allen Ebenen stets mitgetragen wird. Wir sind bestrebt, Ressourcen effizient und sparsam einzusetzen, um sicherzustellen, dass die Produkte auf nachhaltige und umweltschonende Weise hergestellt und vertrieben werden und somit langfristig unseren Erfolg sichern. Bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase eines jeden neuen Produkts werden rezyklierbare Materialien und Hilfsstoffe sowie umweltschonende Produktionsmethoden berücksichtigt. Nachhaltigkeit liegt daher sozusagen in unserer DNA. 2001 hat Swatch Group begonnen, über die gesamte Gruppe hinweg klare Klima- und Effizienzziele zu setzen, wirkungsvolle Massnahmen zu implementieren und dadurch ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wir bekennen uns zudem zum Schutz der internationalen Menschenrechte und bekämpfen jegliche Art von Korruption im Zusammenhang mit unseren Geschäftstätigkeiten.

NACHHALTIGKEITSGOVERNANCE

Für die Einhaltung unserer hohen Ansprüche im Bereich Nachhaltigkeit ist die Konzernleitung verantwortlich. Sie verankert unsere ESG-Grundsätze in der Unternehmensstrategie und definiert konkrete Zielvorgaben und Massnahmen zur Erreichung derselben. Die Umsetzung wird von unserem Sustainability Steering Committee koordiniert und gesteuert, welches aus Vertretern der Geschäftsleitung sowie verschiedener Unternehmensabteilungen besteht. Unser Ansatz für unternehmerische Verantwortung wird vom Verwaltungsrat verabschiedet und in letzter Instanz auch verantwortet.

Die Swatch Group beachtet bei ihren Handlungen sämtliche nationalen und internationalen Rechtsordnungen. Grundsätzlich halten wir uns insbesondere an europäische Standards, auch dann, wenn diese über lokale Regelungen hinausgehen. In Bezug auf Verletzungen von Menschenrechten, z. B. bei Kinder- und Zwangsarbeit, sowie bei Korruption oder anderen kriminellen Handlungen verfolgen wir eine Null-Toleranz-Politik. Im Jahr 2005 haben wir unseren Code of Conduct verabschiedet, in welchem diese Grundsätze für unsere Geschäftspraktiken festgehalten sind. In Bezug auf nachhaltige Produktionsmethoden und Produkte, Schutz von Umwelt, Sicherheit und Gesundheit hält sich die Swatch Group insbesondere an die geltenden EU-Richtlinien wie die Restriktionen der gefährlichen Substanzen (RoHS), die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) und die Entsorgung der Elektro- und Elektronik Altgeräte (WEEE). Wir orientieren uns stets an den strengsten Regularien und nehmen diese als minimale Messlatte. Mit internen Weisungen verpflichten wir uns Standards, welche über die gesetzlichen Standards hinausgehen. Swatch Group Quality Management (SGQM) verantwortet hierbei die Qualitätssicherung, Produktsicherheit und Zuverlässigkeit sowie die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen durch alle Konzernunternehmen. Dazu gehören auch regelmässige Schulungen und Trainings unserer Mitarbeitenden. Zurzeit gibt es verschiedenste Direktiven und technische Spezifikationen zuhanden unserer Gruppengesellschaften, z. B. bezüglich Substanzen, die wir aus unseren Uhrenkomponenten und Verpackungsmaterialien ausschliessen, Anforderungen an Marketing und Labeling, Verwendung von nachhaltigen Materialien oder Richtlinien zur Entsorgung von Produkten. Es werden externe Standards (ISO, EN, IEC, SN, usw.) auf deren Einhaltung hin überprüft. Diese beziehen sich auf chemische Testmethoden, Compliance, Umwelt, Marketing, Zulassungen von Testprozessen, Test- und Auditlabore oder Verpackungsmaterial. SGQM definiert die Kriterien für die Zulassung neuer Materialien oder Komponenten und überprüft die Testverfahren. Es ist auch verantwortlich für die Kontrolle von internen und externen Chemielaboren. Swatch Group Quality Management trägt massgeblich zur konstanten Verbesserung unserer Produkte, Produktionsprozesse und Nachhaltigkeit bei.

Sustainability Governance

Unsere hohen Ansprüche an Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit werden genauso auch von unseren Partnern und Lieferanten verlangt. Dies schliesst insbesondere eine verantwortungsbewusste Beschaffung mit ein; das heisst unser Code of Conduct sowie die Grundsätze unserer Geschäftspraktiken und die Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen müssen vollumfänglich eingehalten werden. Als Unternehmen mit besonderer Verantwortung für die Gewinnung und Beschaffung von Rohmaterialen sowie der Beschaffung biologischer Rohstoffe von gefährdeten Arten wenden wir als minimale Messlatte die internationalen Richtlinien und Standards an (u. a. OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains from Conflict-Affected and High-Risk Areas and its Supplement on Gold; SA 8000 Social Accountability International, CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora). SGQM unterstützt dabei auch die Einhaltung der Anforderungen in unserer Supply Chain (s. Kapitel Beschaffung).

RISIKOMANAGEMENT

Das Corporate Risk Management System ist integraler Bestandteil der Umweltschutz- und Sicherheitspolitik. In diesem System, nach Funktionen aufgeteilt, werden laufend entscheidende Risiken identifiziert, analysiert und erfasst, damit wir Umweltschutz-, Sicherheits- und Gesundheitsrisiken frühzeitig erkennen und gezielte Massnahmen zur Verhinderung einleiten und umsetzen können. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Business Continuity Management. Experten ermitteln die für den Konzern wichtigen operativen Einheiten und ihre Vernetzung, identifizieren die Hauptrisiken (wie zum Beispiel Cyberrisk, Feuer, Wasser, chemische Substanzen, Betriebsunterbruch) und definieren Massnahmen, um die Business Continuity möglichst sicherzustellen. Prävention und Notfalldispositive stehen dabei im Zentrum. Ein wesentliches Element des Risikomanagements der Swatch Group ist ihre Unabhängigkeitspolitik. Folglich werden Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, Vertriebspartnern und Finanzdienstleistern soweit sinnvoll reduziert. Dazu gehören auch eine genügende Lagerhaltung, der Ausbau und die Modernisierung der Produktionskapazitäten, die Berücksichtigung von Alternativlieferanten, strategisch wichtige Akquisitionen und ein hohes Eigenkapital.

Zur Erläuterung der finanziellen Risiken siehe auch Kapitel Finanzrisikomanagement im Anhang zur Konzernrechnung.

PRODUKTIONSBETRIEBE DER SWATCH GROUP

Swatch Group ist ein vollständig vertikalisiertes Unternehmen und verfügt neben dem weltweiten Vertriebsnetz und Servicecentren über verschiedenste Betriebs- und Produktionsstätten im Bereich der Herstellung von Uhren und Haute-Joaillerie-Schmuckstücken sowie elektronischer Komponenten (siehe dazu Kapitel Organisation im Geschäftsbericht 2020). Swatch Group produziert in den rund 150 Betriebsstätten in der Schweiz die eigenen Uhrwerke, Schalen, Gläser, Zeiger und weitere Uhrenkomponenten und ist daher weit über den Kriterien zur Vermarktung der in der Schweiz hergestellten Uhren gemäss Swissness-Anforderungen (Swiss Made, gemäss Markenschutzgesetz, MSchG, Art. 48).

Auch die Betriebe des elektronischen Segments haben die Produktionsstätten in der Schweiz. Swatch Group hat nur wenige Produktionsbetriebe im Ausland, wie in Glashütte (Deutschland) die Manufaktur von Glashütte Original und in New York (USA) die Manufaktur von Harry Winston Haute Joaillerie. Uhren der Marke Harry Winston werden hingegen klar Swiss Made entsprechend in der Manufaktur in Plan-les-Ouates (GE) hergestellt. Vier weitere Produktionsbetriebe in Italien, Frankreich sowie Deutschland stellen Komponenten für Armbänder oder einzelne Präzisionsteile her. In Thailand und Malaysia betreibt Swatch Group zwei Produktionsbetriebe im Bereich der Assemblage von elektronischen Komponenten und im Bereich Oberflächenbehandlung.

Die Produktionsbetriebe sind in ihrem Bereich jeweils hochspezialisiert und verfügen deshalb über ein eigenes spezifisches Profil der Gebäude- und Anlagetechnik in Bezug auf Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz. Jeder Betrieb ist mit einem eigenen Gebäudemanagement ausgestattet, sodass weitere optimierende Massnahmen definiert und umgesetzt werden können. Die wichtigsten Messgrössen sind jene der umweltrelevanten Bereiche mit Einfluss auf den Energieverbrauch, insbesondere Strom-, Wärme- und Kälteverbrauch, und den damit zusammenhängenden CO2-Emissionswerten, die Kenngrössen zu Wasserverbrauch, Materialverbrauch und Abfallmanagement, Batterien-Recycling und VOC-Emission (Volatile Organic Components). Diese Messgrössen werden über alle Einheiten der Swatch Group erhoben und analysiert.

UMWELT

Umweltschutz ist in allen Bereichen und Unternehmungen der Swatch Group fest verankert und ein prioritärer Grundsatz, der tagtäglich von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter des Unternehmens respektiert, gefördert und umgesetzt wird. Diese Überzeugung verfolgen wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Produktdesign über die Produktionsprozesse bis hin zum Recycling unserer langlebigen und nachhaltigen Produkte. Unsere Marken entwickeln neue Produkte unter Verwendung rezyklierter oder rezyklierbarer, biologischer und kompostierbarer Materialien. Die ausgewählten Materialien sind von unabhängigen Organisationen zertifiziert oder entsprechen internationalen Standards. Um unsere Strategie für nachhaltiges Produktdesign effizient umsetzen zu können, haben wir begonnen Life Cycle Assessments (LCA) durchzuführen, um so die Auswirkungen auf die Umwelt besser zu identifizieren und zu minimieren.

Darüber hinaus werden Massnahmen zur Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs umgesetzt, sei es durch Produktionsanlagen mit intelligenten Energiesteuerungssystemen oder durch energieoptimierte, wärmeisolierte und umweltfreundliche Infrastrukturen und Betriebsstätten. Bei den neuen Produktionsund Betriebsgebäuden und bei Renovationen werden modernste Technologien und Baumaterialien zur bestmöglichen Verbesserung der Öko- und Energiebilanz eingesetzt, was auch im Berichtsjahr zu einem weiteren positiven Beitrag geführt hat.

Jährlich werden alle betriebsökologisch relevanten Werte aller Unternehmensstandorte in einer umfassenden Datenerhebung konsolidiert. Diese Daten werden ausgewertet und dienen der Messung der erreichten Ergebnisse sowie als Grundlage für weitere Zielsetzungen. Aus Erhebungsgründen beziehen sich die Daten für die Gruppe in diesem Bericht jeweils auf den Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. September. Infolge Produktionsrückgangs durch die Covid-19-Pandemie sind die diesjährigen Umweltverbrauchsdaten grundsätzlich geringer als in den Vorjahren.

EMISSIONEN UND ENERGIE

Bereits 1990 hat sich die Swatch Group als Sponsorin des Solarmobils Spirit of Biel für die Reduktion der CO2-Emission und die Herabsetzung des Energieverbrauchs eingesetzt. Das Solarmobil hatte damals die World Solar Challenge in Australien gewonnen. Aus dieser Zeit stammt auch die erste solarbetriebene Swatch (1995), welche an Attraktivität nicht verloren hat. Damit bleibt das frühzeitige Bekenntnis zum Klimaschutz immer präsent und motiviert, unseren Beitrag zum Klimaschutz auch nachhaltig zu leisten.

Um den Klimaschutzbeitrag zu erhöhen und den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, wurde 2013 entschieden, alle Produktionseinheiten in der Schweiz einem Programm zur CO2-Reduktion zu unterstellen. Dies bedeutet folgende Ziele für die Swatch Group:

  • Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 32% gegenüber dem Basisjahr 2013 reduziert werden.
  • Bis 2050 soll das Ziel von Netto-Null CO2-Emissionen erreicht werden.

Um dies zu erreichen, wurden ausgehend vom Basisjahr 2013, für alle Produktionseinheiten in der Schweiz Ziele für Energieeffizienzsteigerung und CO2-Reduktion definiert, die grundsätzlich auch auf konsolidierter Basis für die gesamte Gruppe gelten. Die Produktionsbetriebe und Vertriebsgesellschaften ausserhalb der Schweiz, insbesondere mit vielen Boutiquen und den Servicecentren, arbeiten ebenfalls an der Verbesserung der Energiebilanz und mit klaren Zielvorgaben. Die Boutiquen und Servicecentren verbrauchen natürlich weit weniger Energie als die Produktionsbetriebe in der Schweiz, werden jedoch selbstverständlich auch im Massnahmenkatalog zur Reduktion der Emissionen und des Energieverbrauchs mitberücksichtigt.

CO2-EMISSIONEN

Unsere CO2-Emissionen und anderen Treibhausgase, welche durch unsere Betriebsabläufe entstehen, setzen sich zusammen aus direkten Emissionen durch Produktionsprozesse, Wärmenutzung sowie Treibstoffverbrauch (Erdöl und Gas). Dies entspricht den sogenannten Scope 1-Emissionen. Im Berichtsjahr konnten die konsolidierten CO2-Emissionen (Scope 1) der Swatch Group gegenüber dem Vorjahr um 16,3% auf 15 890 Tonnen CO2-Äquivalente reduziert werden.

CO2-EMISSIONEN

CO2-Emissionen (t CO2 eq)

2013
Basisjahr

2019 2020 Veränderung
zu Vorjahr
Veränderung
zu Basisjahr
Total Swatch Group weltweit Scope 1 21 501 18 991 15 890 –16.3% –26.1%

UMWELTPROGRAMM ENERGIEVERBRAUCH SCHWEIZER PRODUKTIONSBETRIEBE, CO2-EMISSIONEN UND ENERGIEEFFIZIENZ

Die Swatch Group hat für alle Schweizer Produktionsstandorte mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) freiwillige wirtschaftliche und ökologische Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emission vereinbart und die vorgegebenen Ziele vertraglich festgehalten. Ziel dieser Vereinbarung ist es, im Zeitraum von 2013 bis 2020 für die Schweizer Produktionsstandorte gemessen und bewertet, eine Reduktionder CO2-Emissionen von 27% zu erreichen und gleichzeitig die Energieeffizienz um 8% zu steigern, um insgesamt die Ziele 2030 und 2050 (siehe oben) zu erreichen. In Zusammenarbeit mit der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) wurden seit 2013 jährliche Energieaudits durch Spezialisten durchgeführt und weitere Möglichkeiten zur Senkung des CO2-Ausstosses identifiziert. Entsprechend wurde ein optimaler Massnahmenkatalog zur Erreichung der gesetzten Ziele ausgearbeitet. Der Massnahmenkatalog wird laufend überprüft und aktualisiert, sodass auch weiterhin ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Die jährliche Zielerreichung wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom Bundesamt für Energie (BFE) begleitet und geprüft. Die EnAW stellt jährlich bei Zielerreichung und erfolgter Prüfung ein spezifisches Zertifikat aus. Alle unsere Produktionsbetriebe in der Schweiz fallen unter dieses Programm und sind entsprechend zertifiziert.

CO2 emissions certificate

Emissions

Emissions

Die definierten Massnahmen werden konsequent umgesetzt, was seit 2013 per Ende 2019 zu einer CO2-Reduktion der Schweizer Produktionsstandorte um 12,1% und einer Steigerung der Energieeffizienz um 6,4% geführt hat (siehe Grafik 1 & 2). Per Ende 2019 liegen die CO2-Emissionen leicht über dem CO2-Reduktionssollpfad. Grund dafür sind betriebsbedingte Verzögerungen einzelner Investitionen, welche natürlich nicht linear zu einem Soll-Pfad realisiert werden können. Das Erreichen der Zielwerte per Ende der Veranlagungsperiode ist mit den unternommenen Massnahmen jedoch weiterhin realisierbar. Die Ziele betreffend Steigerung der Energieeffizienz konnten hingegen bereits erreicht werden. Darauf werden wir aufbauen und unsere Anstrengungen weiter intensivieren. Die Daten für die Produktionsbetriebe in der Schweiz betreffen den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019, da die vertragliche Erhebungsperiode mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) das Kalenderjahr ist. Die Zahlen 2020 werden Mitte 2021 verfügbar sein.

ENERGIEVERBRAUCH

Unser Energieverbrauch bezieht sich sowohl auf fossile Energieträger als auch auf Strom. Dabei wird auch ein kleiner Teil über unsere eigene Produktion an Solar- und Wasserkraftenergie gedeckt.

Unser gesamter Energiebedarf im 2020 von 318,5 GWh verteilt sich wie folgt:

Die Energieintensität über die gesamte Swatch Group hat sich von 2013 bis 2020 um -13,5% auf 322,2 kWh / m2 verbessert. Der Anteil erneuerbarer Energie konnte über denselben Zeitraum mehr als vervierfacht werden. Der Verbrauch an Heizöl und Erdgas wurde kontinuierlich durch das Massnahmenprogramm reduziert, da diese CO2-Emissionstreiber darstellen.

WÄRMEVERBRAUCH PRO NUTZFLÄCHE (KWH / M2 PRO JAHR)

Der Energieverbrauch aus fossilen Energien wie Heizöl, Erdgas und Fernwärme in kWh pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr nahm im Berichtsjahr um 11,9% gegenüber dem Vorjahr ab. Durch kontinuierliche Investitionen in Produktionsanlagen und -gebäude wird die Energieeffizienz laufend verbessert. Dazu gehören mit modernster Wärmepumpentechnologie ausgerüstete Neubauten, Gebäudeisolationen und -sanierungen, die Optimierung respektive der Ersatz von Klima- und Kühlwasseranlagen, Sanierungen von Heizungsanlagen und die Inbetriebnahme neuer Wärmerückgewinnungsanlagen. Aufgrund der Investitionen zur Minimierung des Wärmeverbrauchs pro Nutzfläche wurde dieser seit Einführung des Programms im Jahr 2001 weit mehr als halbiert. Beispielhaft hierfür sind die Erweiterungsbauten des Omega / Swatch-Areals in Biel (BE), bei welchen der Wärmeverbrauch pro m2 um 48%, und die CO2-Emissionen um 55% gesenkt werden konnten.

Energieverbrauch
 
2013
Basisjahr
2019 2020 Veränderung
zu Vorjahr
Veränderung
zu Basisjahr
Stromnetz (GWh) 214.2 260.2 230.6 –11.4% +7.7%
Erneuerbarer Strom (GWh) 2.0 8.9 8.8 –1.1% +440.0%
Heizöl (GWh) 20.6 15.4 12.7 –17.5% –38.3%
Erdgas (GWh) 80.4 74.7 62.8 –15.9% –21.9%
Fernwärme (GWh) 2.9 3.7 3.6 –2.7% +24.1%
Total Energie (GWh) 320.1 362.9 318.5 –12.2% –0.5%
Gesamtnutzfläche, inkl. Boutiquen (m2) 859 589 1 033 291 987 992 –4.4% +14.9%
Energieintensität (kWh/m2) 372.4 351.2 322.2 –8.3% –13.5%

 

STROMVERBRAUCH PRO NUTZFLÄCHE (KWH / M2 PRO JAHR)

Auch der Stromverbrauch (kWh) pro Flächeneinheit (m2) und Jahr konnte gegenüber dem Vorjahr um 6,9% gesenkt werden. Durch den Einsatz neuer energieeffizienter Maschinen und Anlagen in verschiedenen Produktionseinheiten, durch Blindleistungskompensationsanlagen sowie Investitionen in die Sanierung von Beleuchtungsanlagen konnte 2020 ein geringerer Stromverbrauch erreicht werden. Mit dem Einsatz neuer LED-Leuchten konnte optimales Licht erreicht und die Wärmelast verringert werden, was den Stromverbrauch vermindert und sich zusätzlich positiv auf die Kosten der Raumklimatisierung auswirkt.

Share of energy sources

ENERGIE AUS EIGENER ERNEUERBARER SOLARENERGIE UND WASSERKRAFTPRODUKTION

Seit Jahrzehnten investiert Swatch Group nicht nur im Bereich der elektronischen Systeme in energiearme und energieeffiziente Komponenten und integrierte Schaltungen (Integrated Circuits, IC), sondern betreibt auch eine eigene Energieproduktion erneuerbarer Energiequellen wie Solarenergie- und Wasserkraftproduktion. Die Eigenproduktion an nachhaltigen Energien konnte von 2013 bis 2020 durch fünf neue Anlagen vervierfacht werden. Auch wenn die eigene nachhaltige Stromproduktion bescheiden ist, trägt sie dennoch zum Klima- und Umweltschutz bei. Im Berichtsjahr konnten durch die verschiedenen Energieproduktionsanlagen wie im Vorjahr wiederum ca. 1 600 000 kWh generiert werden. Die gesamte Energieproduktion ist nicht konstant, da diese bei den Wasserkraftwerken von der durchschnittlichen Niederschlagsmenge abhängt und bei der Solarenergie von den durchschnittlich hohen Lichteinfällen auf die Photovoltaikanlagen.

Die Photovoltaikanlagen, welche bei der Omega-Manufaktur, dem Swatch-Hauptsitz Distico in Biel (BE), Longines in Saint-Imier (BE) und bei der ETA in Boncourt (JU) installiert sind, haben insgesamt eine installierte Leistung von 1,42 MW. Die im Berichtsjahr produzierte Energie dieser Anlagen erreichte rund 1 166 000 kWh (Vorjahr: 1 131 000 kWh) bei einer Fläche von über 8 000 m2. Die Photovoltaikanlagen sind mit modernster Technik ausgerüstet, insbesondere bei Omega und Swatch, wo der patentierte Mikroinverter von Belenos Clean Power im Einsatz ist.

Die Wasserkraftwerke La Suze und Le Bez in Corgémont (BE) wurden im Jahr 2010 komplett saniert und automatisiert. Diese Anlagen haben eine installierte Leistung von 160 KW. Jährlich produzieren sie nach Massgabe der Niederschlagsmenge im Durchschnitt rund 525 000 kWh.

VOC-EMISSION (VOLATILE ORGANIC COMPONENTS)

Infolge Produktionsrückgangs verminderte sich der Verbrauch von VOCs gegenüber der Vorjahresperiode um 34,8%. Diese sind hauptsächlich auf den Einsatz von Aceton, Alkohol und Benzin als Reinigungsmittel für die produzierten Komponenten zurückzuführen. Durch den Einsatz von Rückgewinnungsanlagen für Benzin und anderen flüchtigen Lösungsmitteln konnten im Berichtsjahr 45% der verbrauchten VOC rekuperiert und rezykliert werden (Vorjahr: 42%). Eine stetige Verringerung der VOC-Emission wird durch vermehrte Substitution der flüchtigen Substanzen dank der Umstellung auf ein wässeriges Verfahren ohne Lösungsmittel oder weniger flüchtige Substanzen angestrebt.

Longines factory

ABFALL

2020 fielen insgesamt 5350 Tonnen Abfall an (Vorjahr: 7769 Tonnen). Gut die Hälfte davon entfällt auf Sondermüll. Im Umgang mit Gefahrenstoffen halten wir uns an strikte Sicherheitsbestimmungen und bilden diesbezüglich unsere Mitarbeiter regelmässig aus. Insgesamt wurden rund 43% des Abfalls dem Recycling zugeführt, entweder in eigenen Recyclingprozessen oder bei einer Drittfirma. Der Papierverbrauch im Unternehmen nahm gegenüber dem Vorjahr um 25% ab.

 

Abfallverbrauch (t) 2013 2019 2020 Veränderung
zu Vorjahr
Veränderung
zu Basisjahr
Sondermüll 2 429 4 070 2 751 –32.4% +13.3%
– davon rezykliert 1 329 1 603 1 099 –31.4% –17.3%
Industrieabfälle 2 863 3 699 2 599 –29.7% –9.2%
– davon rezykliert 1 195 1 392 1 191 –14.4% –0.3%
Total Abfälle 5 292 7 769 5 350 –31.1% +1.1%

 

 

BATTERIE-RECYCLING

Als eigene Batterienproduzentin der Swatch Group betreibt Renata eine eigene Knopfzellenbatterienrecyclinganlage (Silberrecycling) mit einer jährlichen Kapazität von 250 Millionen Knopfzellenbatterien bzw. einer Produktionskapazität von über 26 Tonnen Silberoxid und demonstriert damit einen einmaligen nachhaltigen Umweltbeitrag als Knopfzellenbatterienherstellerin. Die Altbatterien werden in einer Mühle zerkleinert und die Werkstoffe sowie die Elementpartikel voneinander getrennt. Danach erfolgt die Rückgewinnung des Silberoxides und der anderen Elemente durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren. Diese werden entweder zur Produktion neuer Batterien verwendet oder an geprüfte Spezialfirmen abgegeben. Die eingesetzten chemischen Lösungen werden in einem internen geschlossenen Stoffkreislauf aufbereitet und den Reaktoren wieder zugeführt. Bereinigt um die intern über das Haltbarkeitsdatum abgelaufenen aussortierten Batterien und der Verwertung der Restposten bei Renata, wurden den autorisierten Spezialfirmen und dem internen Recyclingprozess im Berichtsjahr insgesamt über 6,3 Tonnen Batterien zur Aufbereitung übergeben.

Recycling at Renata

WATER

Der grösste Wasserverbrauch bei der Swatch Group fällt in den Produktionsbetrieben an. Jeder Produktionsstandort wird mit einem eigenen Wassermanagement gesteuert und optimiert.

Wasserverbrauch (m3) 2013 2019 2020 Veränderung
zu Vorjahr
Veränderung
zu Basisjahr
Trinkwasser 762 612 872 276 613 248 –29.7% –19.6%
Nicht-Trinkwasser 784 278 370 736 459 231 +23.9% –41.5%
Gesamtverbrauch 1 546 890 1 243 012 1 072 479 –13.7% –30.7%

Der grösste Wasserverbrauch bei der Swatch Group fällt in den Produktionsbetrieben an. Jeder Produktionsstandort wird mit einem eigenen Wassermanagement gesteuert und optimiert. Der Verbrauch von Trinkwasser nahm gegenüber dem Vorjahr um 29,7% auf 613 248 m3 ab, derjenige von Nicht-Trinkwasser hingegen um 23,9% auf 459 231 m3 zu. Insgesamt resultiert eine Abnahme des Wasserverbrauchs um 13,7%. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang der vermehrte Einsatz von geschlossenen Wasserkreisläufen, die Effizienzsteigerung bei den Wasseraufbereitungsanlagen sowie die Nutzung von aufgefangenem und aufbereitetem Regenwasser für die Verwendung in Kühlsystemen und Sanitäranlagen.

NACHHALTIGE INVESTITIONEN IN
NEUBAUTEN UND RENOVATIONEN

Das neue «Zuhause» der Marke Swatch ist nicht nur eines der grössten Gebäude aus Holzkonstruktionen der Welt, sondern auch eine einmalige Arbeits- und Innovationsstätte der neuen Art. Neue Dimensionen wurden auch betreffend Nachhaltigkeit und Energieeffizienz erreicht. Das Gebäude wurde mehrheitlich mit dem natürlichen Rohstoff Holz gebaut. Die hierfür benötigten 1997 Kubikmeter Fichtenhölzer stammen aus Schweizer Wäldern und wachsen in weniger als zwei Stunden wieder nach. Das verwendete Fichtenholz hat während seiner Wachstumsphase ca. 1847 Tonnen Treibhausgas aus der Umwelt abgebaut und in Form von Kohlenstoff absorbiert. Mit einer cleveren geothermischen Grundwassernutzung zur Beheizung und Kühlung des Gebäudes sowie mit Solarstrom aus der Photovoltaikanlage wird

massgeblich zu einer optimalen CO2-Bilanz beigetragen. Diese Nutzung ist im Verbund mit dem Omega-Gebäude und der Cité du Temps. Auf dem Swatch-Areal sind verschiedene Wasserspeicher verteilt. Für den Kühlvorgang wird kaltes Wasser aus einem Förderbrunnen in den Kaltwassertank gepumpt. Dieses kalte Wasser wird anschliessend zum Wärmetauscher gefördert, wobei Kälte entzogen wird und dabei über die Kühldecken und Lüftung zur Kühlung des Gebäudes beiträgt. Das durch diesen Vorgang erwärmte Wasser wird anschliessend vom Wärmetauscher wieder einem Warmwasserspeichertank zugeführt, wo es bei Bedarf den Gebäuden auf dem Areal zum Heizen zur Verfügung steht. Mit diesem raffinierten Prinzip wird das Gebäude Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Für die Leistungsbestimmung der Photovoltaikanlage wurde bei der Planung des Gebäudes der gesamte Strombedarf aller Funktionen wie Lüftung, Kühlung, Heizung, Grundbeleuchtung etc. einkalkuliert. In der Wabenstruktur der Fassade wurden 442 massangefertigte Photovoltaikelemente mit einer Fläche von insgesamt 1770 Quadratmetern eingesetzt, wobei die Wechselrichtertechnologie aus den eigenen Reihen stammt. Dies bedeutet eine Reduktion von bis zu 30 Tonnen CO2 pro Jahr. Dies widerspiegelt die Philosophie, mit welcher Neubauten der Swatch Group konzipiert und gebaut werden und auch Altbauten nachhaltig renoviert werden.

Swatch HQ

Mit derselben Sorgfalt und mit ähnlichem Energiekonzept wurden die früheren Neubauten wie beispielsweise die Manufaktur der Omega, der Industriepark Boncourt (JU) und das kombinierte Industriegebäude Universo und Rubattel et Weyermann in La Chaux-de-Fonds (NE) gebaut. In den Industriegebäuden wie Boncourt und Universo wird durch den Fabrikationsbetrieb jedoch sehr viel mehr Wärmeenergie produziert, welche über Wärmetauscher rekuperiert wird und für die Heizung von Gebäudeteilen und Warmwasser zum Einsatz kommt. So müssen diese Produktionsgebäude Produktionsgebäude fast nicht oder gar nicht mehr mit fossilen Energien beheizt werden. Das Produktionsgebäude in Boncourt (JU) verfügt weiter über ein Rekuperationssystem von Regenwasser. So wird das Industriewasser nicht etwa dem normalen Wassernetz entnommen. Das rekuperierte Regenwasser wird als Industriewasser in der hauseigenen Wasseraufbereitungsanlage gesäubert und aufbereitet und in einem Wasserspeicher von 100 m3 gelagert und von dort aus der Produktion zugeführt. Das gebrauchte Industriewasser wird ab der Produktion wiederum rekuperiert und der Wasseraufbereitungsanlage neu zugeführt. So wird das Industriewasser in einem geschlossenen Kreislauf immer wieder von Neuem aufbereitet. Das Industriegebäude von Universo und Rubattel et Weyermann in La Chaux-de-Fonds (NE) ist ebenfalls ein erwähnenswertes Projekt, da ein sanierungsbedürftiges Industrieareal von einer ausländischen Firma, welche den Produktionsstandort Schweiz verlassen hatte, erworben wurde. Ein ganzheitlicher Rückbau und eine Totalsanierung des belastenden Geländes wurde vorgenommen, um dort ein neues und energieeffizientes Industriegebäude in der Philosophie der Gruppe zu erstellen. Weiter verfügt das neue Industrieareal auch über eine eigene hochtechnologische und vollautomatische Abwasserreinigungsanlage. Das Abwasser wird ab dem Auffangspeicher in einen Reaktor geleitet, wo die verschiedenen Flüssigkeiten und Substanzen getrennt werden. Danach werden die einzelnen Lösungen und Substanzen neu aufbereitet, in Bezug auf Qualität und Reinheit geprüft und in einem geschlossenen Kreislauf wiederum der Produktion zugeführt. Diese Aufbereitungsanlage wurde von den schweizerischen Behörden als bestes Industriebeispiel und Vorzeigeprojekt definiert. Diese Totalsanierung des Industrieareals half das Ortsbild zu verbessern und wurde von den lokalen Behörden sowie von der Bevölkerung sehr gelobt.

Bei Longines in Saint-Imier (BE) wurden in den letzten drei Jahren Isolationsarbeiten am Dach und an der Fassade vorgenommen, was zu einer Reduktion des Heizverbrauchs von Gas von 60% geführt hat. Zudem wurden Photovoltaikanlagen installiert, welche 35% des Strombedarfs bei Longines decken. Weiter wurden sechs Ladestationen für Elektroautos installiert.

Die im Jahr 1946 erstellten Gebäude für den Vertrieb und die Produktion von Mido in Biel (BE) wurden 2019 bis 2020 vollumfänglich rückgebaut. Die Gebäude waren betrieblich und energetisch nicht mehr zeitgemäss und eine sinnvolle Renovation war wegen der Bausubstanz nicht mehr möglich. Ziel des Rückbaus nach dem Umzug in das moderne Distico-Gebäude war die Herrichtung einer vollumfänglich sanierten und baureifen Parzelle. Für das Rückbauvorhaben wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt und darauf basierend die notwendigen Konzepte für Gebäudeschadstoffe, Rückbau, Altlasten und Rückfüllung erarbeitet. Mit der Sanierung wurden sämtliche schadstoffhaltigen Materialien fachgerecht saniert, beziehungsweise gesetzeskonform entsorgt. Dem Schutz der Arbeitenden und der Umwelt wurde speziell Rechnung getragen. Insgesamt wurden mehr als 360 Tonnen Gebäudeschadstoffe spezialisierten Entsorgungsfirmen übergeben. Zudem wurden über 9100 Tonnen Gebäudesubstanz verwertet und rezykliert. Für die Wiederauffüllung und Rekultivierung wurden ca. 5000 m3 sauberes Material wie Sand, Kies und Humus verwendet. Der Rückbau konnte im Sommer 2020 beendet werden und das AWA (Amt für Wasser und Abfall) des Kantons Bern bestätigte, dass der Standort aus dem Kataster der belasteten Standorte gelöscht werden konnte.

BESCHAFFUNG

GENERELLE BESCHAFFUNG VON MATERIALIEN

Umwelt, Ethik und Sozialkriterien sind ein fester Bestandteil unserer Beschaffungspolitik, weshalb als Lieferant oder dessen Unterlieferanten nur berücksichtigt werden kann, wer die klar definierten und vertraglich festgehaltenen Kriterien in Bezug auf die Sicherheits-, Umwelt- und sozialpolitischen Aspekte vollumfänglich erfüllt. Dazu gehört nicht nur die Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetze, sondern dies umfasst auch die OECD-Richtlinie für die Beschaffung von Rohmaterialien und Komponenten (OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains from Conflict-Affected and High-Risk Areas and its Supplement on Gold) sowie den Standard SA 8000 (Social Accountability International) zur verantwortungsbewussten und ethischen Beschaffung von Materialien. Diese verlangen eine Beschaffung unter den Prämissen von ethischen und fairen Arbeitsbedingungen,des Gesundheitsschutzes und der Arbeitssicherheit, der Beachtung der Menschenrechte – dies beinhaltet die bereits genannte Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Zwangs- oder Kinderarbeit – und des Umgangs mit Geschäftspartnern sowie des Einbezugs der Zulieferkette, lokaler Entwicklung und weiterer sozial- und umweltrelevanter Faktoren. Es werden nur nicht bedrohte und ethisch einwandfreie Materialien verwendet; auf alles andere wird verzichtet, auch wenn die Materialien als gesetzeskonform eingestuft sind.

Zudem müssen die Lieferanten mindestens den internen Vorgaben von Swatch Group Quality Management zur Qualitätssicherung, zu den ökologischen und gesetzlichen Bestimmungen sowie zur gesetzlichen Compliance in Bezug auf die Produkte entsprechen, insbesondere REACH (Regulation on Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), RoHS (Restriction of Hazardous Substances) und WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment). Um dies sicherzustellen, erhält jeder Lieferant einen direkten und geschützten Zugriff auf die von Swatch Group QualityManagement erstellten Konformitätsspezifikationen der angewendeten Rohmaterialien und Werkstoffe. Diese Spezifikationen werden laufend in einer umfassenden Datenbank aktualisiert. Derzeit wird durch SGQM ein neues IT-Tool implementiert zur Sammlung und Digitalisierung von Material Safety Data Sheets (SDGS) von über 900 Rohmateriallieferanten, wo Instruktionen zum vorsichtigen Gebrauch und Schutz von Gesundheit und Umwelt enthalten sind. Die Datenbank wird Informationen zu über 8000 chemischen Substanzen enthalten, die in Unternehmen der Gruppe verwendet werden, und sicheres Handling, Lagerung sowie Entsorgung sicherstellen.

Swatch Group FEPS (Far East Procurement Service) und SGQM überprüfen regelmässig, ob die Bedingungen seitens der Lieferanten effektiv erfüllt werden. Der Überprüfungsprozess bei den Lieferanten ist klar definiert und deckt folgende Elemente ab: Swatch-Group-Lieferantenvertrag, Einhaltung der SA 8000-Konditionen, Einhaltung aller lokalen Gesetze und Richtlinien in Bezug auf Arbeitsrecht, Sicherheit und Umweltschutz, Einhaltung von ISO 9000, Einhaltung von EU-Gesetzen und Richtlinien, insbesondere RoHS und REACH. Die Prüfungshandlungen sind nach den folgenden sechs Themenbereichen aufgeteilt: Einhaltung des Arbeitsrechtes und Kontrolle der Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Arbeitssicherheit (OH&S Occupational Health & Safety), Umweltschutz, gesetzliche Produktekonformität, Überprüfung in Bezug auf die Einhaltung des Liefervertrages und die Qualität der Planung sowie Überprüfung des Quality Management Systems. Das FEPS definiert, welche Lieferanten im Berichtsjahr überprüft werden, beauftragt eine Auditfirma wie SA 8000 oder BSCI die Prüfung nach den Vorgaben durchzuführen und analysiert danach den Rapport. Der Turnus sieht vor, dass innerhalb von drei Jahren alle Lieferanten geprüft werden. Neue Lieferanten werden sofort überprüft.

Die Lieferanten erhalten ein Rating A (sehr gut) sofern insgesamt über 90% und bei den verschiedenen Themenbereichen über 75% der Prüfpunkte erfüllt sind, ein Rating B (qualifiziert) sofern insgesamt über 75% und bei den drei Themenbereichen Arbeitsrecht, OH&S und Umweltschutz über 75% der Prüfpunkte erfüllt sind. Bei 60% bis 75% der Punkte gibt es ein Rating C (ungenügend). In diesem Fall wird eine dreimonatige Frist gewährt, um die notwendigen Korrekturmassnahmen umzusetzen und sich für ein Nachaudit zu qualifizieren. Entweder erreicht der Lieferant dann das Rating B oder er steigt in das Rating D (disqualifiziert) ab. Die Lieferanten, welche weniger als 60% der vorausgesetzten Prüfpunkte erreichen, erhalten direkt das Rating D und werden disqualifiziert und ausgeschlossen. Bei einigen Prüfpunkten, wie z. B. der Nichteinhaltung der lokalen Gesetze, der Menschenrechte, Zwangs- oder Kinderarbeit, gilt die genannte Null-Toleranz-Politik. Per Ende 2020 sind rund 170 Lieferanten zertifiziert. Rund 50 Zertifizierungen wurden im Jahr 2020 durch SA 8000 und BSCI durchgeführt. FEPS führte im Berichtsjahr 13 Audits durch. Dabei wurden gewisse Mängel identifiziert, welche behoben werden mussten. Disqualifizierungen mussten keine ausgesprochen werden. Rund 90% unseres Beschaffungsvolumens entfällt auf 24 der 170 von FEPS zertifizierten Lieferanten.

 

BESCHAFFUNG VON BIOLOGISCHEN ROHMATERIALIEN

In Bezug auf biologische Rohmaterialien wie Baumwolle, Leder, Hölzer usw. werden nicht nur die verschiedenen nationalen und internationalen Gesetze und Übereinkommen (EU 995 / 2010 und EC 338 / 97, Lacey Act, CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, IUCN International Union for Conservation of Nature, FSC Forest Stewardship Council, PEFC Programme for the Endorsement of Forest Certification, EU Timber Regulation usw.) eingehalten, sondern es wird zudem auf freiwilliger Basis auf legale und nicht bedrohte Materialien verzichtet, welche von unseren Spezialisten als ethisch kritisch eingestuft werden. So stellen wir sicher, dass nur legales Holz von nicht bedrohten oder eventuell bedrohten Baumarten verwendet wird, das aus nachhaltigem Anbau stammt und in Bezug auf Ursprung, Forstwirtschaft und CITES deklariert und zertifiziert ist.

Auch bei exotischen Ledern wird auf Materialien verzichtet, sofern diese nicht nachhaltig und ethisch vertretbar produziert werden, auch wenn diese gesetzlich unproblematisch wären. So wird der Bedarf nur aus sehr wenigen, klar identifizierten, kontrollierten und nachhaltigen Zuchtbetrieben gedeckt. Seit 2010 verwenden wir z. B. nur Alligatorleder aus den USA, welche die sehr strengen US Fish and Wildlife Service-Vorschriften sowie die bereits genannten CITES-Vorschriften garantieren können.

 

BESCHAFFUNG VON EDELMETALLEN

Swatch Group verfügt über eine klare Beschaffungspolitik auch in Bezug auf Edelmetalle. Diese werden nur von einzelnen etablierten und langjährigen Lieferanten bezogen, welche sich über die gesetzlichen und sämtliche Vorschriften der Finanzmarktaufsicht hinaus mindestens als zertifiziertes Mitglied des Responsible Jewellery Council (RJC) oder der London Bullion Market Association (LBMA) ausweisen können und auch die Zusicherung durch anerkannte Zertifizierung erbringen, dass die gelieferten Edelmetalle aus ethisch einwandfreien Quellen sowie konfliktfreien Regionen stammen. Die RJC-Norm ist spezifisch auf die Haute Joaillerie und Schmuckindustrie ausgerichtet und umfasst die OECD-Richtlinie für die Beschaffung von Edelmetallen (OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains from Conflict-Affected and High-Risk Areas and its Supplement on Gold) sowie den Standard SA 8000 (Social Accountability International). Mitglieder der RJC werden regelmässig in der Einhaltung dieser Richtlinien von einer unabhängigen Stelle überprüft.

Die Goldbeschaffung erfolgt ausschliesslich als traceable Gold und ganz konsequent nur von industriellen Minen aus den USA, Kanada oder Australien, da in diesen Ländern die gesetzlichen Standards am höchsten sind und die industriellen Minen unter den sehr strengen Auflagen der Behörden betrieben und von diesen regelmässig überwacht werden. Die Lieferkette wird direkt und sehr kurz gehalten, das heisst Direktlieferung von der Mine zur Raffinerie und weiter zur eigenen Goldverarbeitung durch die Swatch Group. Die Goldbeschaffung aus anderen Regionen oder aus gewerblichen Minen, in denen geringere Standards gelten oder Restrisiken bestehen, dass non-traceable Gold in die Beschaffungskette gelangen könnte, ist für Swatch Group klar keine Alternative. Diese sehr einfache und klare Beschaffungspolitik ist sehr wirksam.

Weiter wurden auch die Prozesse und Edelmetallverarbeitungen in den letzten Jahren durch Investitionen in gruppeneigene Giessereien und Aufbereitungsanlagen vollständig internalisiert, um die bereits gehaltenen Edelmetallbestände selbst zu verarbeiten und Legierungen selbst herzustellen und wieder zu rezyklieren. Nach der Aufbereitung der Legierungen werden Stangenprofile und Rohbarren hergestellt. Danach wird das Material über weitere interne Produktionsabläufe zu Halbfabrikaten und Fertigkomponenten verarbeitet. Demnach kontrolliert Swatch Group die gesamte Goldverarbeitungskette intern nach einem klar definierten Goldverarbeitungszyklusprozess. Dabei hat Nivarox-FAR eine Schlüsselfunktion und verarbeitet die gesamten Goldbestände der Swatch Group in einem geschlossenen und kontrollierten Kreislauf. Nivarox-FAR ist im Besitz der notwendigen eidgenössischen Bewilligungen als Giesser und Handelsprüfer (Edelmetallprüfer) und ist zudem Responsible Jewellery Council Code of Practice und Chain of Custody (RJC CoP und CoC) zertifiziert. Die Prozesse der Metallbeschaffung werden seit Jahren laufend verbessert und können noch weiter verbessert werden, insbesondere in Bezug auf die lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Beschaffungskette, z. B. bei Unterlieferanten. Zudem sind wir dabei, ebenso strikte Beschaffungsrichtlinien für andere Edelmetalle wie Silber oder Platin zu implementieren.

BESCHAFFUNG VON DIAMANTEN UND EDELSTEINEN

Beim Einkauf von Diamanten wird sichergestellt, dass diese ausschliesslich von wenigen Lieferanten stammen, welche das Zertifizierungssystem des Kimberley-Prozesses vollumfänglich respektieren und auch anwenden. Auch hier wird die Lieferkette direkt gehalten und nur eine kleine Anzahl von bekannten und qualifizierten Lieferanten berücksichtigt. Durch die Zertifizierung wird sichergestellt, dass die Diamanten nachweislich aus konfliktfreien Regionen und aus legalem Handel stammen. Staaten, Unternehmen und Händler, welche dieses Zertifizierungssystem nicht vollumfänglich anwenden, werden vom Handel mit der Swatch Group ausgeschlossen. Zudem werden nur langjährige Partner berücksichtigt, welche bei der Beschaffung neben dem Kimberley-Prozess auch die CIBJO-Vorgaben (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie; the World Jewellery Confederation) einhalten, um so jegliche Qualitäts- und Beschaffungsrisiken auszuschliessen. Auch hier müssen die einzelnen Lieferanten zum Vertrag eine schriftliche Erklärung abgeben und sicherstellen, dass sie neben dem Kimberley-Prozess den Code of Conduct der Swatch Group vollumfänglich respektieren und einhalten, die volle Transparenz der Eigentümer der Liefer- und / oder Produktionsgesellschaft offenlegen, die RJC sowie die SA 8000-Richtlinien respektieren. Bei Nichtbeachtung dieser Vorgaben oder bei aufkommenden Zweifeln werden die Lieferanten sofort disqualifiziert und nicht weiter berücksichtigt.

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEIT

Der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden sowie auch unserer weltweiten Kundschaft und unseres Umfelds wird grösste Beachtung geschenkt. Unsere Vorgaben in der Beschaffung, sei es direkt oder indirekt, in der Produktion, im Vertrieb und auch im Gebrauch unserer Produkte entsprechen nicht nur den strengsten internationalen Gesetzen und Richtlinien (u. a. Richtlinien der ILO International Labour Organization, SA 8000, lokale Arbeitsgesetze etc.), sondern auch unseren eigenen weitergehenden Standards, welche wir kontinuierlich ausbauen und verbessern. Der damit verbundene stetige Lernprozess trägt wesentlich zur Innovationskraft im Unternehmen und zu neuen Investitionen bei.Unter anderem werden regelmässige Schulungen und Trainings zu Themen wie Qualität, Sicherheit am Arbeitsplatz, Umgang mit gefährlichen Substanzen, Feuerschutz, Schutz vor Nichtbetriebsunfällen sowie Schutz vor Belästigung organisiert und durchgeführt. Sicherheitsbeauftragte und weitere relevante Personen des Unternehmens werden regelmässig geschult, auch unter Einbezug externer Fachpersonen. Zudem erfolgt ein Austausch von Best Practice zwischen den Unternehmen der Swatch Group.

Besondere Schutzmassnahmen gegen Covid-19

Das Berichtsjahr war geprägt von der weltweiten Covid-19-Pandemie. Dies erforderte verschiedenste Massnahmen zur Bekämpfung ihrer Verbreitung und zum Schutz der Mitarbeitenden, der Kunden in unseren Shops und unserer Geschäftspartner, mit welchen wir im ständigen Kontakt sind, in allen Bereichen und allen Ländern. Die Schutzmassnahmen gingen deshalb auch über die Mindestanforderungen der einzelnen Länder hinaus.

Von Anfang an wurde ein Schutzkonzept umgesetzt, das auf den folgenden drei Säulen beruht:

Schutz in den Räumlichkeiten: Die Personalverantwortlichen arbeiteten mit den Sicherheitsbeauftragten zusammen, um die Mitarbeiter am Arbeitsplatz vor der Covid-19 Pandemie zu schützen. Es sind relevante Schutzmassnahmen eingeführt worden sowie die Mitarbeiterrotation an den Arbeitsplätzen. Wo es möglich war, wurde Homeoffice vorgeschrieben. Somit wurde gewährleistet, dass jede Abteilung den Betrieb unter der gegebenen Situation sicherstellen konnte.

Kontakt und Kommunikation mit den Mitarbeitenden: Das Human Resources Department führte einen internen Newsletter, eine Hotline sowie eine wöchentliche Telefonkonferenz ein, um mit allen Mitarbeitenden in Kontakt zu sein und deren Fragen beantworten zu können.

Das Ziel war unter anderem, dass jeder Mitarbeitende in Kurzarbeit oder im Homeoffice weiterhin über das Human Resources Department mit dem Unternehmen in Verbindung bleibt. Begleitung des Personals bei der Wiederaufnahme der Arbeit: Die Personalabteilungen der einzelnen Gesellschaften koordinierten die Rückkehr von Mitarbeitern, die aufgrund von Kurzarbeit oder Homeoffice abwesend waren. Das Human Resources Department vermittelte ihnen so die geltenden Schutz- und neuen Arbeitsvorschriften an ihrem Arbeitsplatz und wiesen sie an, wie sie sich vor Ort zu verhalten haben und wie und wo sie Mahlzeiten einnehmen konnten.

Frühzeitig wurden in China die ersten Erfahrungen gesammelt, wo wir mit einer eigenen Verkaufsgesellschaft und eigenen Vertriebsläden vertreten sind. Diese frühen Erkenntnisse konnten wir im Rahmen der Ausbreitung der Pandemie von Ost nach West rechtzeitig auch in anderen betroffenen Ländern zur Anwendung bringen. In verschiedenen Ländern und Unternehmensbereichen kam es zu einem von den Behörden verordneten regionalen oder landesweiten Lockdown. Dennoch wurde sichergestellt, dass alle Grundfunktionen wie Produktion und Verkauf weitergeführt und die entsprechende Sicherheit stets gewährleistet werden konnten. In allen Betrieben und Verkaufsstellen konnte sichergestellt werden, dass genügend Material vorhanden war, sodass es zu keinem Zeitpunkt zu einem Betriebsunterbruch kam, abgesehen im Falle eines Lockdowns. Zusätzlich wurden Investitionen getätigt, zum Beispiel in Plexiglasschutzwände in den Verkaufsstellen, in den Büros und in der Produktion, in Desinfektionsmitteldispenser oder in UV-Geräte zur Oberflächenbehandlung.

Seit Beginn der Pandemie am 13. März 2020 wurde in der Schweiz eine Covid-19-Task-Force eingerichtet, die sämtliche Personalabteilungen aller Schweizer Unternehmen, Sicherheitsbeauftragte, mehrere CEOs und Mitglieder der Geschäftsführung der Swatch Group umfasste.

Zunächst fanden die Skype-Meetings täglich, anschliessend einmal pro Woche statt. Die Tagesordnung bestand aus den neuen Beschlüssen des Bundesrates und des Bundesamtes für Gesundheit, der Entwicklung der Fallzahlen sowie sämtlichen Fragen rund um Lohn, Entschädigungszahlungen, Änderungen der Gehaltszahlungen und Zulagen. Die Personalabteilungen der verschiedenen Tochtergesellschaften wurden somit bei den häufigen Anpassungen der Massnahmen eng begleitet.

Die durch die Pandemie verursachte kritische Situation, die sich von Land zu Land und von Kontinent zu Kontinent verschieden entwickelte, erforderte von allen Beteiligten eine äusserst proaktive, solidarische und kreative Vorgehensweise. Es ist gelungen, trotz den Einschränkungen in der Mobilität, am Arbeitsplatz, in der Produktion und in den Boutiquen die Ausbildungsprogramme unserer Lernenden mit derselben Qualität wie in den Vorjahren weiterzuführen.

SOZIALPOLITIK – AUSZUBILDENDE

Die Human-Resources-Abteilungen der einzelnen Tochtergesellschaften der Swatch Group übertrafen sich 2020 selbst, was ihre Rolle als verantwortungsvolle Unternehmer und Lösungsfinder zur individuellen Unterstützung ihrer Mitarbeitenden angeht. Dies zeigte sich in einer grossen Aufgeschlossenheit und unerschütterlichen Fokussierung auf die Zukunft, wobei insbesondere hinsichtlich der Kompetenzentwicklung eine mittel- bis langfristige Perspektive eingenommen wurde. Obwohl der Umsatz im ver-gangenen Jahr im Vergleich zu 2019 u.a. durch die langfristige Schliessung von Boutiquen die Erwartungen deutlich verfehlte und es schwierig war, den Arbeitskräfteeinsatz zur Produktion von Teilen vor Ort zuverlässig zu planen, setzte die Swatch Group mit ihrem Ausbildungsprogramm auch weiterhin auf die Zukunft.

Gemäss den Zielvorgaben entsprach die Zahl der eingestellten Auszubildenden zum Start des Studienjahres im August 2020 der Zahl an jungen Menschen, die ihre Ausbildung im Juli 2020 beendet hatten. Hierbei ist zu bedenken, dass nach der vierjährigen Ausbildung mehrere Jahre Berufserfahrung erforderlich sind, um das Kompetenzniveau zu erreichen, das für den Wissenserhalt in den Unternehmen notwendig ist. Aktuell bildet die Swatch Group junge Menschen in 38 verschiedenen Berufsausrichtungen aus.

In zwei-, drei- bzw. vierjährigen Kursen werden Fähigkeiten und Qualifikationen für die verschiedensten Berufe vermittelt, vom Lkw-Fahrer bis hin zum Juwelier, vom Koch über den Mikromechaniker und Informatiker bis hin zum Chemielaboranten, vom Uhrmacher, Produktionsmechaniker und Mikrozeichner bis hin zu kaufmännischen Mitarbeitenden. Diese breite berufliche Aufstellung spiegelt die Stärke der Swatch Group wider, die als einziger Uhrenkonzern in der Lage ist, alle Komponenten ihres Uhrensor-timents selbst zu produzieren – ein Unterfangen, für das eine Vielzahl an Fähigkeiten benötigt wird.

Im Zuge der Covid-19-Pandemie konnten einige reguläre Programme und Veranstaltungen nicht stattfinden. Dazu zählten u. a. die jährliche Abschlussfeier der Lernenden, das Sprachaustauschprogramm mit Paris und Berlin und die Entsendung zweier Uhrmacher nach Hongkong. Die Programme und Veranstaltungen sollen nachgeholt werden, sobald sich die Lage wieder normalisiert hat.

Apprenticeship award

Das Gebot zur räumlichen Distanzierung erschwert die Aufrechterhaltung einer guten Unternehmenskultur. Angesichts der grossen Risiken, die mit der Pandemie und einer möglichen Er-krankung einhergehen, zeigten sich die Teams solidarisch und hielten in dieser schwierigen Zeit – die wir hoffentlich so bald wie möglich hinter uns lassen können – fest zusammen.

Die Mitarbeitenden schätzten zudem die Motivationsanreize, die die Swatch Group über die Unterstützungsleistungen von staatlicher Seite hinaus setzte, wie beispielsweise die Kompensation des Einkommensverlustes aufgrund von Kurzarbeit. Das Zusammen-gehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden, das für die Swatch Group ein unverzichtbarer Wert und wesentlicher Teil ihrer Philosophie ist, hat in den vergangenen Monaten exponentiell zugenommen.