Nachhaltigkeitsbericht

UMWELTSCHUTZPOLITIK UND SICHERHEIT

Umweltschutz und Sicherheit sind in allen Bereichen und Unternehmungen der Swatch Group selbstverständlich und ein prioritärer Grundsatz, der tagtäglich von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter des Unternehmens respektiert, gefördert und umgesetzt wird. Taten statt Worte – oder umfassende Berichte – lautet die Devise. Dabei ist es uns allen ein Anliegen, unserer Umwelt Sorge zu tragen und ihr, ebenso wie der Sicherheit im Allgemeinen, höchste Beachtung zu schenken. Diese Leitgedanken sind Teil der ESG-Werte (Environment, Social, Governance), denen wir alle grösste Bedeutung zuschreiben, wie dies im vorliegenden Geschäftsbericht auch an verschiedenen Stellen zum Ausdruck kommt.

Unsere Verantwortung zum Schutz des Lebens, der Lebensqualität, der Sicherheit und Gesundheit sowie zum Schutz unserer Umwelt ist uns allen sehr bewusst und wir unternehmen das Bestmögliche auf allen Stufen unserer Unternehmung, um dieser Verantwortung auch gerecht zu werden. Höchste Beachtung und Sorge gilt der Gesellschaft, der Umwelt und dem Umfeld. Die Konzernleitung, die erweiterte Konzernleitung und die Geschäftsleitungen der einzelnen Einheiten sorgen tagtäglich dafür, dass diese Umweltverantwortungskultur vorgelebt und auf allen Ebenen stets mitgetragen wird. Grundsätzlich werden Ressourcen effizient und sparsam eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Produkte auf nachhaltige und umweltschonende Weise hergestellt und vertrieben werden. Bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase eines jeden neuen Produkts werden rezyklierbare Materialien und Hilfsstoffe sowie umweltschonende Produktionsmethoden berücksichtigt.

Darüber hinaus werden Massnahmen zur Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs umgesetzt, sei es durch Produktionsanlagen mit intelligenten Energiesteuerungssystemen oder durch energieoptimierte, wärmeisolierte und umweltfreundliche Infrastrukturen und Betriebsstätten. Bei den neuen Betrieben und bei Renovationen werden modernste Technologien und Baumaterialien zur bestmöglichen Verbesserung der Öko- und Energiebilanz eingesetzt, was auch im Berichtsjahr zu einem weiteren positiven Beitrag führte.

Jährlich werden alle betriebsökologisch relevanten Werte in einer umfassenden Datenerhebung konsolidiert. Diese Daten werden ausgewertet und dienen der Messung der erreichten Ergebnisse sowie als Grundlage für weitere Zielsetzungen. 

New Swatch headquarters

Neuer Swatch Hauptsitz in Biel

Umwelt, Sicherheit und Gesundheit – relevante Massnahmen

Der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden sowie auch unserer weltweiten Kundschaft und unserem Umfeld wird grösste Beachtung geschenkt. Unsere Vorgaben in der Beschaffung, sei es direkt oder indirekt, in der Produktion, im Vertrieb und auch im Gebrauch unserer Produkte entsprechen nicht nur den strengsten internationalen Gesetzen und Richtlinien, sondern auch unseren eigenen weitergehenden, sehr hochgehaltenen Standards, die wir auch laufend weiter ausbauen und verbessern. Diesbezüglich haben auch wir nie ausgelernt und dies führt in der Unternehmung auch ständig zu Innovationen und neuen Investitionen. 

Umwelt, Ethik und Sozialkriterien sind ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur sowie unserer Beschaffungspolitik. Die verantwortungsbewusste Beschaffung von industriespezifischen Rohstoffen wie Edelmetallen, Diamanten und exotischen Ledern ist von grösster Bedeutung. Zudem hat sich die Swatch Group entschieden, freiwillig auf den Gebrauch von Hölzern bedrohter Baumarten zu verzichten und nur Hölzer zu verwenden, die aus nachhaltigem Anbau stammen. Dies erlaubt den Gesellschaften der Swatch Group einen weiteren wichtigen Beitrag zur Verbesserung des ökologischen Gleichgewichts zu leisten. Auch bei exotischen Ledern gibt es klare eigene Vorgaben auf Verzicht von Materialien, sofern diese nicht nachhaltig und ethisch vertretbar produziert werden, auch wenn diese gesetzlich unproblematisch wären. So halten wir uns auch bei der Beschaffung von Gold an eine einfache und klare Politik. Die Goldbeschaffung erfolgt ausschliesslich als traceable Gold aus den USA, Kanada oder Australien, da in diesen Ländern die gesetzlichen Standards am höchsten sind diesbezüglich und die Goldminen und Erstverarbeitung des Goldes von den Behörden strengstens und laufend überwacht werden. Die Lieferkette wird so kurz wie möglich gehalten, das heisst, Direktlieferung von der Mine zur Raffinerie und dann weiter zur eigenen Goldverarbeitung. Ebenso stellen wir sicher, dass die Diamanten, die in den Produkten verwendet werden, ausschliesslich von Lieferanten stammen, die das Zertifizierungssystem des Kimberley-Prozesses vollumfänglich respektieren und auch anwenden. 

In Bezug auf klar nachhaltige Produktionsmethoden und Produkte hält sich die Swatch Group an die geltenden Richtlinien, insbesondere die EU-Richtlinien wie die Restriktionen der gefährlichen Substanzen (RoHS), die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) und die Entsorgung der Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE). Für ergänzende Informationen im Bereich Energie und Ökologie wird auch auf den Beitrag von Belenos auf den Seiten 117 und 118 sowie im Bereich Umweltschutz und Sicherheit auf die Ausführungen von Swatch Group Quality Management auf Seite 114 des aktuellen Geschäftsbericht verwiesen. 

Risiko Management

Das Corporate Risk Management System ist integrierter Bestandteil der Umweltschutz- und Sicherheitspolitik. In diesem System, nach Funktionen aufgeteilt, werden laufend entscheidende Risiken identifiziert, analysiert und erfasst, damit wir Umweltschutz-, Sicherheits- und Gesundheitsrisiken frühzeitig erkennen und gezielte Massnahmen zur Verhinderung einleiten und umsetzen können. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Business Continuity Management. Experten ermitteln die für den Konzern wichtigen operativen Einheiten und ihre Vernetzung, identifizieren die Hauptrisiken (wie zum Beispiel Cyberrisk, Feuer, Wasser, chemische Substanzen, Betriebsunterbruch) und definieren Massnahmen, um die Business Continuity möglichst sicherzustellen. Prävention und Notfalldispositive stehen dabei im Zentrum. Ein wesentliches Element des Risikomanagements der Swatch Group ist ihre Unabhängigkeitspolitik. Folglich werden Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, Vertriebspartnern und Finanzdienstleistern sinnvoll reduziert. Dazu gehören auch eine genügende Lagerhaltung, der Ausbau und die Modernisierung der Produktionskapazitäten, die Berücksichtigung von Alternativlieferanten, strategisch wichtige Akquisitionen und ein hohes Eigenkapital. 

 

Eigene Produktionsbetriebe

Swatch Group ist ein vollständig vertikalisiertes Unternehmen und verfügt neben dem weltweiten Vertriebsnetz und Servicecentern über verschiedenste Betriebs- und Produktionsstätten im Bereich der Herstellung von Uhren und Haute-Joaillerie-Schmuckstücken sowie elektronischen Komponenten. Swatch Group produziert in den rund 150 Betriebsstätten in der Schweiz die eigenen Uhrwerke, Schalen, Gläser, Zeiger und weitere Uhrenkomponenten. Auch die Betriebe des elektronischen Segments haben die Produktionsstätten in der Schweiz. Swatch Group hat nur wenige Produktionsbetriebe im Ausland, wie in Glashütte, Deutschland die Manufaktur der Glashütte Original und in New York die Manufaktur von Harry Winston Haute Joaillerie. Hingegen werden die Harry-Winston-Uhren unter Swissness in der Manufaktur in Plan-les-Ouates bei Genf hergestellt. Im Ausland, jedoch just an der Schweizer Grenze, hat Swatch Group drei Produktionsbetriebe, die Komponenten für Armbänder oder einzelne Präzisionsteile herstellen. In Asien betreibt Swatch Group nur zwei Produktionsbetriebe im Bereich der Assemblage von elektronischen Komponenten und im Bereich Oberflächenbehandlung. 

Die Produktionsbetriebe sind in ihrem Bereich jeweils hochspezialisiert und verfügen deshalb über ein eigenes spezifisches Profil in Bezug auf Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz. Die Entwicklung jedes einzelnen Betriebs wird genau begleitet, sodass weitere optimierende Massnahmen definiert und umgesetzt werden können. Die wichtigsten Messgrössen sind jene der umweltrelevanten Bereiche mit Einfluss auf den Energieverbrauch, insbesondere Strom-, Wärme- und Kälteverbrauch, und den damit zusammenhängenden CO2-Ausstoss, die Kenngrössen zu Wasserverbrauch, Abfallmanagement, Batterien-Recycling und VOC-Emission (Volatile Organic Components). Diese Messgrössen werden über alle Einheiten der Swatch Group erhoben und analysiert. 

Investment in new buildings and renovation

Investitionen in Neubauten und Renovationen

Das neue «Zuhause der Marke Swatch» ist nicht nur eines der grössten Gebäude aus Holzkonstruktionen der Welt, sondern auch eine einmalige Arbeits- und Innovationsstätte der neuen Art. Neue Dimensionen wurden auch betreffend Nachhaltigkeit und Energieeffizienz erreicht. Das Gebäude wurde mehrheitlich mit dem natürlichen Rohstoff Holz gebaut. Die hierfür benötigten 1997 Kubikmeter Fichtenhölzer stammen aus Schweizer Wäldern und wachsen in weniger als zwei Stunden wieder nach. Das verwendete Fichtenholz hat während seiner Wachstumsphase ca. 1847 Tonnen Treibhausgas aus der Umwelt abgebaut und in Form von Kohlenstoff absorbiert. Mit einer cleveren geothermischen Grundwassernutzung zur Beheizung und Kühlung des Gebäudes sowie mit Solarstrom aus der Photovoltaikanlage wird massgeblich zu einer optimalen CO2-Bilanz beigetragen. Diese Nutzung ist im Verbund mit dem Omega-Gebäude und der Cité du Temps. Auf dem Swatch-Areal sind verschiedene Wasserspeicher verteilt. Für den Kühlvorgang wird kaltes Wasser aus einem Förderbrunnen in den Kaltwassertank gepumpt. Dieses kalte Wasser wird anschliessend zum Wärmetauscher gefördert, wobei ihm Kälte entzogen wird und dabei über die Kühldecken und Lüftung zur Kühlung des Gebäudes beiträgt. Das durch diesen Vorgang erwärmte Wasser wird anschliessend vom Wärmetauscher wieder einem Warmwasserspeichertank zugeführt, wo es bei Bedarf den Gebäuden auf dem Areal zum Heizen zur Verfügung steht. Mit diesem raffinierten Prinzip wird das Gebäude Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Für die Leistungsbestimmung der Photovoltaikanlage wurde bei der Planung des Gebäudes der gesamte Strombedarf aller Funktionen wie Lüftung, Kühlung, Heizung, Grundbeleuchtung etc. einkalkuliert. In der Wabenstruktur der Fassade wurden 442 massangefertigte Photovoltaikelemente mit einer Fläche von insgesamt 1770 Quadratmetern eingesetzt, wobei die Wechselrichtertechnologie aus den eigenen Reihen stammt. Dies bedeutet eine Reduktion bis zu 30 Tonnen CO2 pro Jahr. Das widerspiegelt die Philosophie, mit der Neubauten der Swatch Group konzipiert und gebaut werden und auch Altbauten nachhaltig renoviert werden. 

 

Mit derselben Sorgfalt und mit ähnlichem Energiekonzept wurden die früheren Neubauten wie beispielsweise die Omega-Manufaktur, der Industriepark Boncourt und das kombinierte Industriegebäude Universo und Rubattel et Weyermann in La Chaux-de-Fonds gebaut. In den Industriegebäuden wie Boncourt und Universo wird durch den Fabrikationsbetrieb jedoch sehr viel mehr Wärmeenergie produziert, die über Wärmetauscher rekuperiert wird und für die Heizung von Gebäudeteilen und Warmwasser zum Einsatz kommt. So müssen diese Produktionsgebäude fast nicht oder gar nicht mehr mit fossilen Energien beheizt werden. Das Produktionsgebäude in Boncourt verfügt weiter über ein Rekuperationssystem von Regenwasser. So wird das Industriewasser nicht etwa dem normalen Wassernetz entnommen. Das rekuperierte Regenwasser wird als Industriewasser in der hauseigenen Wasseraufbereitungsanlage gesäubert und aufbereitet und in einem Wasserspeicher von 100 m3 gelagert und von dort aus der Produktion zugeführt. Das gebrauchte Indus- triewasser wird ab der Produktion wiederum rekuperiert und der Wasseraufbereitungsanlage neu zugeführt. So wird das Industriewasser in einem geschlossenen Kreislauf immer wieder von Neuem aufbereitet. Das Industriegebäude Universo und Rubattel et Weyermann in La Chaux-de-Fonds ist ebenfalls ein erwähnenswertes Projekt, da ein sanierungsbedürftiges Industrieareal von einer ausländischen Firma, die den Produktionsstandort Schweiz verlassen hatte, erworben wurde. Ein ganzheitlicher Rückbau und eine Totalsanierung des belasteten Geländes wurde vorgenommen, um dort ein neues und energieeffizientes Industriegebäude in der Philosophie der Gruppe zu erstellen. Weiter verfügt das neue Industrieareal auch über eine eigene hochtechnologische und vollautomatische Abwasserreinigunganlage. Das Abwasser wird ab dem Auffangspeicher in einen Reaktor geleitet, wo die verschiedenen Flüssigkeiten und Substanzen getrennt werden. Danach werden die einzelnen Lösungen und Substanzen neu aufbereitet, in Bezug auf Qualität und Reinheit geprüft und in einem geschlossenen Kreislauf wiederum der Produktion zugeführt. Diese Aufbereitungsanlage wurde von den schweizerischen Behörden als bestes Industriebeispiel und Vorzeigeprojekt definiert. Diese Totalsanierung des Industrieareals half, das Ortsbild zu verbessern und wurde von den lokalen Behörden sowie von der Bevölkerung sehr gelobt. 

Energie aus eigener erneuerbarer Solarenergie- und Wasserkraftproduktion

Seit Jahrzehnten investiert Swatch Group nicht nur im Bereich der elektronischen Systeme in energiearme und energieeffiziente Komponenten und Integrierte Schaltungen (IC), sondern betreibt auch eine eigene Energieproduktion erneuerbarer Energien wie Solarenergie und Wasserkraft. Die Eigenproduktion an nachhaltigen Energien konnte in den letzten Jahren durch neue Anlagen erhöht werden. Auch wenn die eigene nachhaltige Stromproduktion bescheiden ist, trägt sie dennoch zum Klima- und Umweltschutz bei. Im Berichtsjahr konnten durch die verschiedenen Energieproduktionsanlagen ca. 1600 MWh erzeugt werden. Die gesamte Energieproduktion ist nicht konstant, da diese bei den Wasserkraftwerken von der durchschnittlichen Niederschlagsmenge abhängt und bei der Solarenergie von den durchschnittlich hohen Lichteinfällen auf die Photovoltaikanlagen. 

Energy from self-generated renewable solar energy and hydropower production

Die Photovoltaikanlagen, die bei der Omega-Manufaktur, beim Swatch Hauptsitz, bei Distico in Biel (BE), bei Longines in St. Imier (BE) und bei der ETA in Boncourt (JU) installiert sind, haben insgesamt eine installierte Leistung von 1,42 MW. Die im Berichtsjahr produzierte Energie dieser Anlagen erreichte rund 1131 MWh bei einer Fläche von über 8000 m2. Die Energieproduktion der Photovoltaikanlagen wird nicht nur in der eigenen Haustechnik der genannten Immobilien eingesetzt, sondern auch, um die eigenen Elektrofahrzeuge zu betreiben. Die Photovoltaikanlagen sind mit modernster Technik ausgerüstet – insbesondere bei Omega und Swatch – wo der patentierte Mikroinverter von Belenos Clean Power AG im Einsatz ist. 

Die Wasserkraftwerke La Suze und Le Bez in Corgémont (BE) wurden im Jahr 2010 komplett saniert und automatisiert und im Berichtsjahr revidiert. Diese Anlagen haben eine installierte Leistung von 160 KW. Jährlich produzieren diese Anlagen nach Massgabe der Niederschlagsmenge im langzeitigen Durchschnitt rund 525 MWh. 

CO2-Emission durch Energieverbrauch

Bereits im 2001 hat Swatch Group begonnen, klare Klima- und Effizienzziele zu setzen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Jede einzelne Einheit wurde somit in das Programm aufgenommen und Massnahmen wurden definiert, um den Energieverbrauch zu senken.

Um den Klimabeitrag zu erhöhen und den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, ist im Frühjahr 2013 entschieden worden, alle Produktionseinheiten in der Schweiz einem Programm zur CO2-Befreiung zu unterstellen. Dabei werden mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) freiwillige wirtschaftliche und ökologische Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emission vereinbart und die vorgegebenen Ziele vertraglich festgehalten. Ziel dieser Vereinbarung ist es, im Zeitraum von 2013 bis 2020 den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, insbesondere eine weitere CO2-Reduktion von 27% zu erreichen und gleichzeitig bis 2020 die Energieeffizienz um 8% zu steigern. In Zusammenarbeit mit der Energieagentur der Wirtschaft (EnAW) sind seit 2013 jedes Jahr durch Spezialisten Energieaudits durchgeführt und weitere Möglichkeiten zur Senkung des CO2-Ausstosses zusammengetragen worden. Entsprechend wurde ein optimaler Massnahmenkatalog zur Erreichung der gesetzten Ziele ausgearbeitet. Seither werden die definierten Massnahmen konsequent umgesetzt, was zu einer beachtlichen CO2-Reduktion und Abgabebefreiungen von Produktionsstandorten geführt hat. Der Massnahmenkatalog wird laufend überprüft und aktualisiert, sodass auch weiterhin ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Die jährliche Zielerreichung wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom Bundesamt für Energie (BFE) begleitet und geprüft. Die detaillierten Prüfungen an den einzelnen Standorten sowie das Zusammentragen der Daten durch die Spezialisten sind sehr zeitaufwendig, weshalb die geprüften Zahlen des Berichtsjahres jeweils erst Mitte des laufenden Folgejahres vorliegen. Die EnAW stellt jährlich bei Zielerreichung und erfolgter Prüfung ein spezifisches Zertifikat aus. 

diagrams show CO2 emissions

Bereits 1990 hat sich Swatch Group als Sponsorin des Solarmobils Spirit of Biel für die Reduktion der CO2-Emission und die Herabsetzung des Energieverbrauchs eingesetzt. Das Solarmobil hatte damals den World Solar Challenge in Australien gewonnen. Aus dieser Zeit stammt auch die erste solarbetriebene Swatch (1995), die an Attraktivität nicht verloren hat und noch heute im Verkauf ist. Damit bleibt das bereits frühzeitige Bekenntnis zum Klimaschutz immer präsent und motiviert, unseren Beitrag zum Klimaschutz auch nachhaltig zu leisten.

Die oben gezeigten Grafiken zeigen den CO2-Ausstoss seit dem Start des neuen Programms im Jahr 2013 sowie die gesetzten Ziele bis 2020, diesen um 27% zu reduzieren. Seit der Einführung des neuen Programms konnte der Ausstoss an CO2 insgesamt um 2951 Tonnen reduziert werden, was die Grafik 1 zeigt.

Die Energieeffizienz sollte bis und mit 2020 um insgesamt 8% gesteigert werden, was zu einer linearen Solllinie in Grafik 2 führt. In den ersten sechs Jahren nach der Einführung des neuen
Programmes ist aus der Grafik 2 ersichtlich, dass die Energieeffizienzsteigerung wie vorgegeben übertroffen wurde. 

Die ausländischen Produktionsbetriebe und Vertriebsgesellschaften, insbesondere mit deren vielen Boutiquen und den Servicecentern, arbeiten selbstverständlich ebenfalls an der Verbesserung der Energiebilanz und mit klaren Vorgaben. Die Boutiquen und Servicecenter verbrauchen natürlich weit weniger Energie als die Produktionsbetriebe in der Schweiz.

CO2 emissions

Wärmeverbrauch pro Nutzfläche (kWh / m2 pro Jahr)

Der Energieverbrauch aus fossilen Energien wie Heizöl, Erdgas und Fernwärme in kWh pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr nahm im Berichtsjahr um 5,7% gegenüber dem Vorjahr ab. Durch kontinuierliche Investitionen in Produktionsanlagen und -gebäude wird die Energieeffizienz laufend verbessert. Durch die mitmodernster Wärmepumpentechnologie ausgerüsteten Neubauten, weiteren Gebäudeisolationen und -sanierungen, die Optimierung respektive den Ersatz der diversen Klima- und Kühlwasseranlagen, Sanierungen von Heizungsanlagen und der Inbetriebnahme von neuen Wärmerückgewinnungsanlagen wurde dieses Ziel erreicht. Aufgrund der ständigen Investitionen zur Minimierung des Wärmeverbrauchs pro Nutzfläche wurde dieser seit Einführung des Programms im Jahr 2001 weit mehr als halbiert. Beispielhaft hierfür sind die Erweiterungsbauten des Omega / Swatch-Areals in Biel (BE), bei welchen der Verbrauch pro m2 um 48%, die CO2-Emissionen um stattliche 55% gesenkt werden konnten.

 

Stromverbrauch pro Nutzfläche (kWh / m2 pro Jahr)

Gemessen in Stromverbrauch (kWh) pro Flächeneinheit (m2) und Jahr konnte der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 6,7% gesenkt werden. Durch den Einsatz neuer, energieeffizienter Maschinen und Anlagen in verschiedenen Produktionseinheiten, durch Blindleistungskompensationsanlagen sowie beachtliche Investitionen im Beleuchtungsbereich in Form von Sanierungen von Beleuchtungsanlagen konnte ein geringerer Stromverbrauch erreicht werden. Mit dem Einsatz von neuen LED-Leuchten konnte optimales Licht erreicht und die Wärmelast verringert werden, was den Stromverbrauch vermindert und sich zusätzlich positiv auf die Kosten der Raumklimatisierung auswirkt. Auf dem Omega / Swatch-Areal entfalten die Investitionen einen positiven Effekt, wo durch Substitution von fossilen Energieträgern durch Wärmepumpen die Energiebilanz verbessert werden konnte.

 

Abfallmanagement

Der anfallende Sondermüll (ohne Uhrenbatterien) hat im Berichtsjahr aufgrund von optimierten Prozessen in der Produktion und der weiteren Integration der Produktion um 13,1% abgenommen. Der Anteil des rekuperierten bzw. rezyklierten Sondermülls hat durch den geringeren Sonderabfall auch um 6,8% abgenommen. Die sonstigen Industrieabfälle wie Papier, Karton, Kunststoff und elektronische Komponenten nahmen um 11,2% zu.

 

Batterie-Recycling

Bereinigt um die intern über das Haltbarkeitsdatum abgelaufenen aussortierten Batterien und den Verkauf der Restposten bei Renata wurden den autorisierten Spezialfirmen im Berichtsjahr insgesamt über 8,2 Tonnen Batterien zur Aufbereitung übergeben. Renata betreibt als einzige Batterienproduzentin eine eigene Knopfzellenbatterienrecyclinganlage (Silberrecycling) mit einer jährlichen Kapazität von 250 Millionen Knopfzellenbatterien bzw. einer Produktionskapazität von über 26 Tonnen Silberoxid und demonstriert damit einen bisher weltweit einmaligen nachhaltigen Umweltbeitrag als Knopfzellenbatterienhersteller. Die Altbatterien werden in einer Mühle zerkleinert und die Werkstoffe sowie die Elementpartikel voneinander getrennt. Danach erfolgt die Rückgewinnung des Silberoxides und der anderen Elemente durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren. Die eingesetzten chemischen Lösungen werden in einem internen geschlossenen Stoffkreislauf aufbereitet und den Reaktoren wieder zugeführt.

 

Wasserbewirtschaftung

Der Verbrauch an Frischwasser nahm gegenüber dem Vorjahr um 6,7% ab, derjenige von Nicht-Trinkwasser bzw. rezykliertem Industriewasser um 20,2% zu. Besonders hervorzuheben sind der Rückgang des anfallenden Gebrauchtwassers durch vermehrten Einsatz von geschlossenen Wasserkreisläufen, die Effizienzsteigerung bei den Wasseraufbereitungsanlagen sowie die Nutzung von aufgefangenem und aufbereitetem Regenwasser für die Verwendung in Kühlsystemen und Sanitäranlagen.

 

VOC-Emission (Volatile Organic Components)

Infolge Produktionserhöhung, Einschluss neuer Produktionsstätten und weiterer Internalisierung der Produktion während dem Berichtsjahr erhöhte sich der Verbrauch an VOCs im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10%, dies hauptsächlich durch den Einsatz von Aceton, Alkohol und Benzin als Reinigungsmittel für die produzierten Komponenten. Durch den Einsatz von Rückgewinnungsanlagen für Benzin und andere flüchtige Lösungsmittel wurden im Berichtsjahr 1,7% weniger VOCs rekuperiert bzw. rezykliert. Eine höhere VOC-Emission wurde durch vermehrte Substitution der flüchtigen Substanzen dank der Umstellung auf ein wässeriges Verfahren ohne Lösungsmittel oder weniger flüchtige Substanzen verhindert.

ENERGY FROM SELF-GENERATED RENEWABLE SOLAR ENERGY AND HYDROPOWER PRODUCTION

Generelle Beschaffung von Materialien

Umwelt, Ethik und Sozialkriterien sind ein fester Bestandteil unserer Beschaffungspolitik, weshalb als Lieferant oder dessen Unterlieferanten nur berücksichtigt werden kann, wer die klar definierten und vertraglich festgehaltenen Kriterien in Bezug auf die sicherheits-, umwelt- und sozialpolitischen Aspekte vollumfänglich erfüllt. Dazu gehören nicht nur die Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetze, sondern auch die OECD-Richtlinie für die Beschaffung von Rohmaterialien und Komponenten (OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains from Conflict- Affected and High-Risk Areas and its Supplement on Gold) sowie der Standard SA8000 (Social Accountability International) zur verantwortungsbewussten Beschaffung unter den Prämissen der ethischen und fairen Arbeitsbedingungen, des Gesundheitsschutzes und der Arbeitssicherheit, der Beachtung der Menschenrechte, das heisst auch ausdrückliches Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit oder dergleichen, und des Umgangs mit Geschäftspartnern sowie des Einbezugs der Zulieferkette, lokaler Entwicklung und weiterer sozial- und umweltrelevanter Faktoren.

Zudem müssen die Lieferanten natürlich die internen Vorgaben von Swatch Group Quality Management zur Qualitätssicherung, zu den ökologischen und gesetzlichen Bestimmungen sowie zur gesetzlichen Compliance in Bezug auf die Produkte vollumfänglich übernehmen, insbesondere REACH (Regulation on Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), RoHS ( Restriction of Hazardous Substances) und WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment). Um dies sicherzustellen, erhält jeder Lieferant einen direkten und geschützten Zugriff auf die von Swatch Group Quality Management erstellten Konformitätsspezifikationen der angewendeten Rohmaterialien und Werkstoffe. Diese Spezifikationen in der umfassenden Datenbank werden laufend aktualisiert. Swatch Group FEPS (Far East Procurement Service) und Swatch Group Quality Management überprüfen regelmässig, ob die Bedingungen seitens der Lieferanten effektiv erfüllt werden. Der Überprüfungsprozess bei den Lieferanten ist klar definiert. Das FEPS definiert, welche Lieferanten im Berichtsjahr überprüft werden, beauftragt eine Auditfirma, die Prüfung nach den Vorgaben durchzuführen, und analysiert danach den Rapport. Die Lieferanten erhalten ein Rating. Sofern die Vorgaben nicht eingehalten werden oder das Rating ungenügend ist, werden korrektive Massnahmen bei den Lieferanten verlangt. Sofern der Zulieferer sich betreffend Vorgaben nicht oder nicht mehr qualifizieren kann, so wird er nicht weiter berücksichtigt. Die Anzahl der Lieferanten, welche vom FEPS überprüft werden, ist eine überschaubare Grösse, wobei nur etwa dreissig der rund zweihundert qualifizierten FEPS-Lieferanten bereits neunzig Prozent der Lieferungen abdecken. 

 

Beschaffung von biologischen Rohmaterialien

In Bezug auf biologische Rohmaterialien wie Baumwolle, Leder, Hölzer usw. werden nicht nur die vielen nationalen und internationalen Gesetze (EU 995 / 2010 und EC 338 / 97, Lacey Act, CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, UICN Union Internationale pour la Conservation de la Nature, FSC Forest Stewardship Council, PEFC Programme for the Endorsement of Forest Certification, Timber Regulation usw.) eingehalten, sondern es wird sogar auf legale und nicht bedrohte Materialien, welche von unseren Spezialisten jedoch als ethisch kritisch eingestuft werden, freiwillig verzichtet. So wird freiwillig auf den Gebrauch von Hölzern bedrohter und eventuell bedrohter Baumarten verzichtet und es werden nur Hölzer verwendet, die aus nachhaltigem Anbau stammen und in Bezug auf Ursprung, Forstwirtschaft und CITES deklariert und zertifiziert sind. Ferner achtet Swatch Group darauf, ihren Bedarf an exotischen Ledern nur aus sehr wenigen, klar identifizierten, kontrollierten und nachhaltigen Zuchtbetrieben zu decken. Dies hat zur Folge, dass nur noch einzelne Betriebe in den Vereinigten Staaten berücksichtigt werden können, welche die sehr strengen US Fish and Wildlife sowie die bereits genannten CITES-Vorschriften garantieren können.

 

Beschaffung von Edelmetallen

Swatch Group verfügt über eine klare Beschaffungspolitik auch in Bezug auf Edelmetalle. Diese werden nur von einzelnen, etablierten und langjährigen Lieferanten bezogen, welche sich über die gesetzlichen und sämtliche Vorschriften der Finanzmarktaufsicht hinaus mindestens als zertifiziertes Mitglied des Responsible Jewellery Council (RJC) oder der London Bullion Market Association (LBMA) ausweisen können und auch die Zusicherung erbringen, dass die gelieferten Edelmetalle aus ethisch einwandfreien Quellen sowie konfliktfreien Regionen stammen. Die RJC-Norm ist spezifisch auf die Haute Joaillerie und Schmuckindustrie ausgerichtet und umfasst die OECD-Richtlinie für die Beschaffung von Edelmetallen (OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains from Conflict-Affected and High-Risk Areas and its Supplement on Gold) sowie den Standard SA8000 (Social Accountability International) zur verantwortungsbewussten und ethischen Beschaffung von Materialien. Die Prozesse der Edelmetallbeschaffung werden seit Jahren laufend verbessert und können noch weiter verbessert werden, insbesondere in Bezug auf die lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Beschaffungskette.

Die Goldbeschaffung erfolgt ausschliesslich als traceable Gold aus den USA, Kanada oder Australien, da in diesen Ländern die gesetzlichen Standards am höchsten sind und wo die Minen unter den sehr strengen Auflagen der Behörden betrieben werden und von Letzteren auch laufend überwacht werden. Die Lieferkette wird direkt und sehr kurz gehalten, das heisst, Direktlieferung von der Mine zur Raffinerie und dann weiter zur eigenen Goldverarbeitung. Die Goldbeschaffung aus anderen Regionen, wo die Standards weniger hoch gehalten werden als in den USA, Kanada und Australien und wo Restrisiken bestehen, dass non-traceable Gold in die Beschaffungskette gelangen könnte, ist klar keine Alternative. Diese sehr einfache und klare Beschaffungspolitik ist sehr wirksam. 

Weiter wurden auch die Prozesse und Edelmetallverarbeitungen in den letzten Jahren durch Investitionen in gruppeneigene Giessereien und Aufbereitungsanlagen vollständig internalisiert, um die bereits gehaltenen Edelmetallbestände selber zu verarbeiten und Legierungen selber herzustellen und wieder zu rezyklieren. Nach der Aufbereitung der Legierungen werden Stangenprofile und Rohbarren hergestellt. Danach wird das Material über weitere interne Produktionsabläufe zu Halbfabrikaten und Fertigkomponenten verarbeitet. Demnach kontrolliert Swatch Group die gesamte Goldverarbeitungskette intern nach einem klar definierten Goldverarbeitungszyklusprozess. Dabei hat die Nivarox-Metallurgie eine Schlüsselfunktion, diese verarbeitet die gesamten Goldbestände der Swatch Group in einem geschlossenen und kontrollierten Kreislauf. Nivarox-Metallurgie ist im Besitz der notwendigen eidgenössischen Bewilligungen als Giesser und Handelsprüfer (Edelmetallprüfer) und ist zudem Responsible Jewellery Council Code of Practice und Chain of Custody (RJC COP und CoC) zertifiziert. 

 

Beschaffung von Diamanten und Edelsteinen

Beim Einkauf von Diamanten wird sichergestellt, dass diese ausschliesslich von wenigen Lieferanten stammen, welche das Zertifizierungssystem des Kimberley- Prozesses vollumfänglich respektieren und auch anwenden. Auch hier wird die Lieferkette direkt gehalten, denn nur eine kleine Anzahl von bekannten und qualifizierten Lieferanten wird hierfür berücksichtigt. Durch die Zertifizierung wird sichergestellt, dass die Diamanten nachweislich aus konfliktfreien Regionen und aus legalem Handel stammen. Staaten, Unternehmen und Händler, welche dieses Zertifizierungssystem nicht vollumfänglich anwenden, werden vom Handel ausgeschlossen. Zudem werden nur langjährige Partner berücksichtigt, welche bei der Beschaffung neben dem Kimberley- Prozess auch die CIBJO-Vorgaben (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie; the World Jewellery Confederation) einhalten, um so jegliche Qualitäts- und Beschaffungsrisiken auszuschliessen. Auch hier müssen natürlich die einzelnen Lieferanten zum Vertrag eine schriftliche Erklärung abgeben und sicherstellen, dass sie neben dem Kimberley-Prozess den Swatch Group Code of Conduct vollumfänglich akzeptieren und einhalten, die volle Transparenz der Eigentümer der Liefer- und / oder Produktions- gesellschaft offenlegen, die RJC sowie die Social Accountability International 8000 Richtlinien vollumfänglich respektieren, so wie oben unter den generellen Bedingungen für die Beschaffung von Materialien beschrieben. Bei Nichtbeachtung dieser Vorgaben oder bei aufkommenden Zweifeln von irgendeiner Informationsquelle werden die Lieferanten sofort disqualifiziert und nicht weiter berücksichtigt. 

Sozialpolitik

Unberechenbare geopolitische Spannungen wie die Gelbwesten- Proteste über mehr als ein Jahr in Frankreich oder die Demonstrationen in Hongkong, um nur zwei der wichtigsten Länder zu nennen, erschwerten das Personalmanagement im Berichtsjahr. In beiden Ländern sanken die Umsätze von Luxusartikeln und somit der Uhrenindustrie drastisch. Die Wirtschaftsaktivität in den Grossstädten wurde beeinträchtigt.

Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China um die Erhöhung von Importzöllen und die Frankenstärke trugen dazu bei, dass die Umsätze nicht immer den Erwartungen entsprachen.

Durch all diese exogenen Faktoren sah sich die Swatch Group gezwungen, ihre personellen Ressourcen sehr gezielt einzusetzen, um die Motivation, Weiterbildung und -entwicklung ihrer Mitarbeitenden sicherzustellen und ihre Talente für eine aussichtsreiche Zukunft zu halten. 

 

Arbeitsplätze

Die zuvor beschriebenen exogenen Faktoren wirkten sich auf die Nachfrage in den Märkten aus. Die Gesellschaften der Swatch Group mussten ihre Strukturen anpassen und gleichzeitig ihre Kompetenzen für das Ende der Krisensituation, wie zum Beispiel in Hongkong, bereithalten.

Personalentwicklung

Jede wirtschaftliche Lage und jeder Wirtschaftszyklus bietet sich dazu an, nicht nur die Kompetenzen zu ermitteln, sondern auch eine langfristige Vision für die Berufe von morgen zu entwickeln. Dadurch können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine gewisse berufliche Neuausrichtung vorbereitet werden, um die in Zukunft erforderlichen Kenntnisse zu erlangen.

 

Berufliche Grundausbildung

Trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen kam die Swatch Group nicht von ihrem Kurs ab und setzte ihre duale Berufsausbildung unvermindert fort. Im August 2019 wurden genauso viele Lernende eingestellt, wie im Juli 2019 ihre Berufslehre abgeschlossen hatten. Die Absolventen der technischen Lehrberufe, die eine weitere Beschäftigung im Unternehmen wünschten, erhielten einen Arbeitsvertrag.

Swatch Group apprentices

Trotz der Unruhen und Strassenproteste verbrachten im Sommer zum sechsten Mal zwei Uhrmacherlernende elf Wochen in Hongkong. Sie entdeckten die uhrentechnischen Tätigkeiten des Reparaturzentrums und erlebten die Ereignisse in Hongkong unmittelbar. Sie entschieden sich, trotz der Proteste zu bleiben. Selbstverständlich war alles für eine schnelle Rückkehr im Bedarfsfall vorbereitet. Wie in den Vorjahren gingen zudem drei Deutsch- und drei Westschweizer Lernende im Rahmen eines Sprachaustauschprogramms für sechs Wochen nach Paris bzw. Berlin. Sie waren bei Gastfamilien untergebracht, besuchten Sprachschulen und entdeckten während ihrer Arbeit in Swatch-Boutiquen die Praxis vor Ort.

In der Schweiz bot die Swatch Group Ende August 2019 492 Lernenden eine Ausbildung in 32 verschiedenen Berufszweigen an und zählte in dem am stärksten vertretenen Beruf 83 Lernende. Die Swatch Group bleibt somit der grösste Ausbildner der Uhrenindustrie, sowohl in Bezug auf die Anzahl Lernender als auch auf die Anzahl der nach ihrem Abschluss eingestellten Absolventen.a 

 

Nicolas G. Hayek Uhrmacherschulen

Die sechs Nicolas G. Hayek Watchmaking Schools sind nach wie vor wichtig, da der Bedarf in Sachen Reparatur, Beratung und Schulung in den verschiedenen Ländern weiter besteht. Schulungen vor Ort für bestehende und künftige Mitarbeitende sind erforderlich, da es in vielen Ländern selten oder gar keine offizielle Uhrmacherausbildung gibt. Dies stellt stets eine grosse Herausforderung dar, die jedoch jedes Mal erfolgreich bewältigt wird.

Watchmakers at work

Berufliche Entwicklung

Zum Ende dieses Jahrzehnts befindet sich das Unternehmen an einem gesellschaftlichen und technologischen Wendepunkt, der zunehmend von der Digitalisierung bestimmt wird.

In den Produktionsgesellschaften zeigt sich dies durch die Industrie 4.0, die Ingenieure, Techniker und Produzenten mit immer flexibleren und nachfrage- und kundenorientierten Dienstleistungen unterstützt. Neue Kompetenzen sind gefragt, die noch nicht akademisch erworben werden können, sondern direkt am Arbeitsplatz entwickelt werden. Dies stellt eine grosse Herausforderung für die Rekrutierung künftiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für die Begleitung des aktuellen Personals beim Erwerb von neuen Fähigkeiten für eine berufliche Neuausrichtung dar.

Gleiches gilt für Verkauf und Einzelhandel mit dem Auftreten von E-Commerce und Omnichannel. Vertrieb und Verkaufsstellen müssen neue Wege finden, um den Konsumenten immer besser, schneller und individueller zu bedienen, da dieser bei seinen Besuchen im Verkaufspunkt oder im Online-Shop einen besonderen Service und ein einzigartiges Einkaufserlebnis erwartet. Alle diese Herausforderungen müssen als Chancen zum Fortschritt und zur Erschliessung von neuen Geschäftsfeldern begriffen werden, mit denen wir unseren Marktanteil ausbauen und unsere Position in der Uhrenbranche festigen können. 

 

Soziale Partnerschaft und Arbeitsbedingungen

Wir befinden uns mitten in der Umsetzung des Gesamtarbeitsvertrags 2017–2021. Die Beziehungen zu unseren Gewerkschaftspartnern sind gut. Der Dialog und die Zusammenarbeit basieren auf beidseitigem Vertrauen und Offenheit und lassen uns mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Die Swatch Group kann sich auf einen Partner verlassen, der ihre Überzeugungen und Ziele teilt, die Arbeitsplätze in der Schweiz zu bewahren und so vielen Menschen wie möglich die Option zur Weiterentwicklung unter ergonomisch sicheren, motivierenden und zuverlässigen Arbeitsbedingungen zu bieten.

Media Relations

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